Aus Indien und Dubai als Küchenchefs nach Bommern

Sind die Küchenchefs des Restaurants Haveli in Bommern: Parmod Singh (li.) stand fünf Jahre in Dubai am Herd, Jaypal Singh mehrere Jahre in der indischen Millionenstadt Dehradun. In Witten teilen sich die Männer eine Wohnung.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Sind die Küchenchefs des Restaurants Haveli in Bommern: Parmod Singh (li.) stand fünf Jahre in Dubai am Herd, Jaypal Singh mehrere Jahre in der indischen Millionenstadt Dehradun. In Witten teilen sich die Männer eine Wohnung.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
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Die Köche des neuen indischen Restaurants Haveli sind aus der Welt nach Witten gekommen.In Bommern kochen sie nach ayur­vedischen Rezepten.

Witten..  Parmod Singh (28) hat fünf Jahre für anspruchsvolle Gäste in Dubai gekocht, sein Kollege Jaypal Singh (32) in der nordindischen Millionenstadt Dehradun. Seit Dezember sind die beiden Wittener und Küchenchefs im neuen indischen Restaurant Haveli in Bommern. Hier, so sagen die Inder, die ausgezeichnet Englisch, aber noch kein Deutsch sprechen, fühlten sie sich wohl und von den Menschen sehr freundlich aufgenommen.

Aus der Welt nach Witten – dieser Umzug, diese Umstellung, sei ihnen nicht schwergefallen, betonen sie. Und dies, obwohl ihre Frauen und Kinder in Indien leben und sich die Familien nur sehen, wenn die Männer Urlaub haben.

Restaurant-Chef Manjit Singh weiß, wie wichtig seine zwei kulinarisch erfahrenen jungen Köche für sein neues Lokal sind, das der Inder im vergangenen Dezember eröffnet hat. „Ich habe noch zwei Firmen für Metallbearbeitung in Heiligenhaus und beschäftige dort zwölf Mitarbeiter“, erzählt er.

Ein Herzenswunsch

Ein eigenes Restaurant zu haben, mit einer authentischen indischen Küche, das sei immer sein Herzenswunsch gewesen, sagt der schlanke, sportliche Mann lächelnd, der privat mit Frau und Kindern in Wuppertal lebt.

Seinen Traum konnte sich Herr Singh im denkmalgeschützten Fachwerkhaus am Bodenborn 66 erfüllen, das zuletzt ein Tapas-Lokal beherbergte. Im Haveli möchte er seinen Gästen die Spezialitäten der Provinz Punjab, im Norden Indiens gelegen, näherbringen. Die Heimat des Restaurant-Chefs, der seine Köchen bei der Einstellung bat: „Bringt nur etwas auf den Tisch, das ihr auch selber essen würdet!“

Der Chef ernährt sich weitgehend vegetarisch

Manjit Singh gesteht, dass er sich weitgehend vegetarisch ernähre – wie viele seiner indischen Landsleute – „aus gesundheitlichen Gründen“. Deshalb haben auch Vegetarier und Veganer in seinem Lokal viel Auswahl. Alle Gerichte, auch Fleisch und Fisch, werden von den zwei Köchen täglich frisch und nach ayur­vedischen Rezepten zubereitet.

Die traditionelle Ayurveda, eine aus Indien stammende Gesundheitslehre, lässt sich als das Wissen (veda) vom langen Leben (ayur) übersetzen. Die Ernährungslehre ist hierbei ein wichtiges Element. Die Körperfunktionen sollen durch die richtigen Zutaten und Zusammensetzungen von Speisen in Ausgewogenheit gehalten werden. Solchen Gerichten werden, wie Manjit Singh betont, auch heilende Wirkungen nachgesagt.

Zu Besuch in der Heimat

So erfahren die Gäste in der Speisekarte des Haveli auch etwas über die gesundheitsfördernde Wirkung indischer Gewürze. Wie etwa Kurkuma, das von ayurvedischen Ärzten bei Gallen-, Nieren-, Darm- und Magenbeschwerden eingesetzt wird. Cayennepfeffer (Chili) wirke reizlindernd, antiseptisch, schweißtreibend und verbessere außerdem die Durchblutung, kann der Gast nachlesen. In der Restaurant-Küche gibt es auch einen Tandoor, einen zylindrischen Lehmofen. Die Köche backen darin Brot (Nan), garen Fleisch und Gemüse. Ein fettfreies Verfahren – für Cholesterin-Bewusste.

Manjit Singh lebt sehr gerne in Deutschland. „Weil junge Menschen hier viele Möglichkeiten haben. Wenn hier jemand Talent hat, kann er viel erreichen.“ Er selbst denkt bereits über ein zweites Restaurant in Ratingen nach. Indien und das 4000-Seelen-Dorf Bhadas, aus dem Manjit Singh stammt und in dem noch seine alten Eltern leben, hat er nicht vergessen. Erst vor wenigen Tagen ist der 44-Jährige von einem Besuch aus seiner Heimat zurückgekehrt – mit einem Strahlen im Gesicht.

 
 

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