Aufstrebende Musiker im Maschinchen Buntes

Bei der Blue Monday Session können Musiker aus allen Sparten zeigen, was sie können.  Die Gruppe „Jeanvarna“ sorgt für rockige, aber auch entspannte Jazzmusik. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Bei der Blue Monday Session können Musiker aus allen Sparten zeigen, was sie können. Die Gruppe „Jeanvarna“ sorgt für rockige, aber auch entspannte Jazzmusik. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Witten.. An der Ecke Oberstraße und Ardeystraße ist der Name der Kneipe „Maschinchen Buntes“ Programm. Die Gäste sehen ihre Kneipe als Kulturinitiative an, denn hier treten Musiker auf, spielen Schauspieler Theater und schweben Tänzer über’s Parkett.

Auf der kleinen Bühne, die sich hinter der mitten im Raum angesiedelten Theke verbirgt, spielt eine Band Jazzmusik im blauen Schummerlicht. Für einen Montag ist die Kneipe gut gefüllt mit um die 50 Gästen. Aber schließlich ist es auch die einmal im Monat wiederkehrende „Blue Monday Session“. Sobald ein schnelleres Lied gespielt wird, klatscht das Publikum im Takt mit und schunkelt gemeinsam an den Stehtischen.

Im Oktober 2010 eröffnete das „Maschinchen Buntes“. Früher, als die Eckkneipe noch unter häufig wechselnden Namen bekannt war, fiel sie eher durch Schlägereien und Polizeieinsätze auf. Dann entschloss sich Reinald Assheuer, von allen nur Ede genannt, eine Kneipe zu eröffnen, die Künstlern eine Chance für Auftritte bietet. „Das Team, das in der Kneipe mithilft, besteht nur aus Musikern“, erklärt der 54-Jährige. Deswegen musste er sich zunächst einmal ein Grundwissen aneignen, wie man eine Kneipe führt.

Obwohl Reinald Assheuer nun Gastwirt ist, kann ihn nichts davon abhalten, zur Gitarre zu greifen. Das Besondere am „Maschinchen Buntes“: Spontane Auftritte sind beliebt. Kellnerin Sandra Knopp (29) lässt, während sie Gläser spült, alles liegen, schnappt sich das Mikrofon und schmettert mit ihrer rauchigen Stimme „Proud Mary (Rolling on the River)“. Dafür erntet die Sängerin lauten Jubel und minutenlangen Applaus.

Mittlerweile hat sich die Eckkneipe als kultureller Treffpunkt bei vielen Künstlern etabliert. Vor allem die „Blue Monday Sessions“ sorgen für ein volles Haus. Aber auch die Standardtanzstunden an jedem zweiten Montag im Monat ziehen das Publikum an. Dann werden alle Tische zur Seite geschoben und pro Stunde lernt man einen kompletten Tanz. „So kann man selbst entscheiden, ob man noch mal wieder kommen möchte oder nicht“, meint Teammitglied Judith Caspers (52).

Sie mag das „Maschinchen Buntes“ wegen der familiären Atmosphäre. „Außerdem steht der Spaß an oberster Stelle und wird auch hinter der Theke nicht vergessen“, meint Caspers. Um ein wenig mehr Kultur in die Stadt zu bringen, haben sich Reinald Assheuer und seine Frau Heike Becking (52) das Konzept überlegt. „Es gibt viel zu wenig Kultur in unserer Stadt und dem möchten wir entgegenwirken. Zudem ist uns eines ganz wichtig: Wir werden nicht von der Stadt finanziell unterstützt“, betont der Besitzer.

Demnächst soll es eine Küche mit pakistanischem Essen in der Kneipe geben. Assheuer: „Vielleicht kommen dann mehr Gäste, die Jazzmusik und asiatisches Essen mögen.“

 
 

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