Auf Trümmer folgt „Hotel Ardey“

Vom ehemaligen Kolpinghaus ist nichts mehr zu sehen. Am gleichen Ort entsteht nun ein Integrationshotel. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Vom ehemaligen Kolpinghaus ist nichts mehr zu sehen. Am gleichen Ort entsteht nun ein Integrationshotel. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer

Witten.. Wo über viele Jahrzehnte das stadtbekannte Kolpinghaus stand, findet sich jetzt nur noch ein Berg von Bauschutt. Doch voraussichtlich im Herbst 2013 soll an gleicher Stelle das „Hotel Ardey“ seine Pforten öffnen.

Bei dem Gebäude in der Nachbarschaft des Marien-Hospitals wird es sich um ein so genanntes Integrationshotel handeln. Dort arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung. Zwischen 20 und 25 Personen werden im „Hotel Ardey“ tätig sein, „davon 40 bis 50 Prozent mit Behindertenstatus“, erklärt Meinolf Melcher (56), Geschäftsführer der Kolping-Bildungszentren Ruhr. Er wird auch einer der vier Geschäftsführer des Hotels an der Ardeystraße 11 - 13.

Etwa Ende März war mit dem Abriss des Kolpinghauses begonnen worden. Vorbeikommenden war in den vergangenen Wochen besonders die große Plane an der eingerüsteten Vorderfront des Gebäudes aufgefallen, hinter der sich die Arbeiten vollzogen. „Dieser Schutz war notwendig, damit kein Abbruchmaterial auf den Bürgersteig und die Straße fiel“, erzählt Melcher.

Fenster wurden ausgebaut, das Dach abgedeckt, Mauern eingerissen - so ging das mehrstöckige Gebäude also nach und nach in die Knie. An einem Berg von Bauschutt sitzt nun ein Mitarbeiter der Abbruchfirma in seiner schweren Maschine. „Mit diesem Pulverisierer zerkleinere ich den Beton und löse die Metallteile heraus. Beides wird getrennt abgefahren und anschließend recycelt. Von so einem Haus findet heutzutage nahezu alles Wiederverwendung“, erklärt er.

In den nächsten Wochen soll eine Baugrube ausgehoben werden „und dann beginnt zügig der Neubau“, so Meinolf Melcher. Etwa 4,5 Millionen Euro werde dieser kosten. Zuschüsse kämen vom Landschaftsverband Westfalen Lippe, der Aktion Mensch und der Stiftung Wohlfahrtspflege, „den Rest muss das Kolpingforum Witten als Träger finanzieren“, zählt der 56-Jährige auf. Für die Förderung habe ein Gutachten vorgelegt werden müssen, „daraus geht auch hervor, dass Bedarf für ein solches Hotel in Witten besteht“.

Es soll in der 3 ½ -Sterne-Kategorie rangieren, wird Bäder auf den Zimmern, ein Restaurant und eine Sauna im Haus haben und auch mit den entsprechenden Räumen als Tagungshotel ausgestattet sein. Sechs der insgesamt 56 Zimmer werden behindertengerecht sein, ein Parkplatz für Hotelgäste wird hinter dem Haus entstehen. Über die Preisgestaltung, etwa für Übernachtungen, werde noch nachgedacht, so Melcher.

Außerdem erzählt der 56-Jährige: „Wir haben bereits ein Integrationshotel mit 3 ½ Sternen in Paderborn. Das läuft sehr gut. Das erhoffen wir auch in Witten. Denn schließlich muss sich das Hotel am Markt behaupten.“

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