Auf der Suche nach dem Osterhasen

Rassekaninchenzüchter Klaus Robbert zeigt ein sehr junges Tier. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Rassekaninchenzüchter Klaus Robbert zeigt ein sehr junges Tier. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Witten.. Jeder kennt ihn: den Osterhasen. Aber weiß jemand, wo er wohnt? Wir suchen nach dem plüschigen Eier-Boten.

Mitten im Wald gibt es die Straße „Krumme Dreh“. Na gut, dann nehmen wir die Strecke mal auf uns. Denn uns wurde mitgeteilt, dass sich hier sehr viele Hasen aufhalten. Vielleicht ist auch jener dabei, den wir suchen. Klaus Robbert (64) empfängt uns am Hofeingang seines Grundstücks. Er züchtet Kaninchen, vor allem Widder. 150 Tiere hält er im Durchschnitt in seinen Käfigen. Vielleicht haben wir ja Glück und der Osterhase versteckt sich hier bis zum Sonntagmorgen.

Neugierig werden wir von pelzigen, mümmelnden Zeitgenossen begrüßt. Gerade haben die Kaninchendamen geworfen. Die Kleinen liegen noch unterm Stroh. „Deswegen ist es schwierig herauszufinden, wie viele es zur Zeit insgesamt sind“, sagt Klaus Robbert. Die Kaninchen sehen einem Hasen ähnlich, sind und bleiben aber Kaninchen. Hier wohnt der Osterhase bestimmt nicht.

Tyra (5) und Marvin (8), die mit ihrer Mutter bei dem Züchter zu Besuch sind, wissen genau, was der Osterhase ihnen Gutes tut. „Er bringt uns die Eier, die wir Sonntagmorgen suchen dürfen“, erklärt Marvin wissend. Manchmal sei auch ein wenig Schokolade dabei. Seine Schwester Tyra mag den Osterhasen sehr. Schließlich hat er ein wunderbar weiches Fell und lange Ohren. Ihre Familie züchtet Kaninchen, keine Hasen. „Wo der Osterhase wohnt, weiß ich auch nicht. Hauptsache, er findet unseren Garten“, meint die Fünfjährige skeptisch und schaut kurz ihre Mama panisch an, „Er findet unseren Garten doch, oder?“

Wir geben die Hoffnung nicht auf. Der Osterhase versteckt bunte Eier. Da liegt die Vermutung nahe, dass er vielleicht im Vorfeld die Nähe von Hühnern sucht. Auf dem Annener Hof von Sandra Küper (40) gibt es einiges Geflügel. Gemeinsam scharren und picken die Hennen im Stroh - immer unter den wachsamen Augen des Hahns. Wenigstens die bunten Eier kann man hier finden. Die sind sogar von der Natur gefärbt. Sandra Küper: „Wir brauchen gar nicht selbst zum Tuschkasten greifen. Einige Hennen legen mintgrüne Eier.“ Grünlegehennen nennt man diese Art.

Einige Meter weiter schauen uns vier Esel bei der Suche zu. Nein, sie passen dann doch eher zum Weihnachtsfest. Wenigstens wissen wir nun, woher der Osterhase seine bunten Eier bekommt. Nur wo er wohnt, haben wir nicht herausgefunden. Sandra Küper hat eine Vermutung: „In Bommern gibt es viele Feldhasen, die über die weitläufigen Felder jagen.“ Wer weiß, vielleicht versteckt sich ihr Artgenosse dort bis zum Ostersonntag. Den Rest des Jahres hat er dann natürlich frei.

 

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