Auf dem Wittener Ruhrdeich sind bald wieder 100 km/h erlaubt

Bald kann man auf dem kurzen Stück des Ruhrdeichs wieder ordentlich Gas geben. Statt 70 soll dort Tempo 100 gelten.
Bald kann man auf dem kurzen Stück des Ruhrdeichs wieder ordentlich Gas geben. Statt 70 soll dort Tempo 100 gelten.
Foto: Funke Foto Services
Der Verkehrsausschuss hat sich gegen den Rat der Wittener Verkehrsabteilung für die Wiedereinführung von Tempo 100 auf dem Ruhrdeich ausgesprochen.

Witten..  Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Ruhrdeich wird wieder aufgehoben. Die 70er-Schilder verschwinden und werden durch 100er-Schilder ersetzt. Das hat der Verkehrsausschuss nach ausführlicher Debatte beschlossen. Der gemeinsame Antrag von SPD und CDU wurde mit zehn Stimmen angenommen. Fünf Ausschussmitglieder stimmten dagegen.

Die Befürworter von Tempo 100 argumentierten, dass die lange Gerade kein Unfallschwerpunkt darstelle und auch keine Belästigungen von Anwohnern zu befürchten seien. Außerdem durfte vor der Straßenerneuerung auf diesem Abschnitt 100 km/h gefahren werden.

CDU: „Die Lkw sind schon Bremsklotz genug“

„Wir wollen, dass auf einer Strecke, die gerade ist und wo 100 möglich ist, auch 100 gefahren werden darf“, betonte Ausschussmitglied Julian Fennhahn von der CDU. „Die Lkw sind schon Bremsklotz genug.“

Frank Racherbäumer, Leiter der städtischen Verkehrsabteilung im Ordnungsamt, hielt dagegen: „Wir waren stolz, dass wir Straßen NRW nach dem Umbau von der Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit überzeugen konnten. Die reagieren auf solche Pläne nämlich immer sehr zurückhaltend. Und je schneller man fährt, desto höher ist das Unfallrisiko.“

Linke: „Keine Mini-Strecke für rasende Autofahrer“

Den aktuellen Beschluss des Verkehrsgerichtstages zog Ulla Weiß von den Linken heran. Erst Ende Januar habe der eine Empfehlung ausgesprochen, die Regelgeschwindigkeit auf Landstraßen solle bei 80 km/h liegen. „Das ist kein Beschluss, aber es soll das Unfallrisiko verringern“, so Weiß. „Unser Ruhrdeich führt durch das Ruhrtal. Auch wenn er am Stahlwerk vorbeiführt, brauchen wir keine Mini-Rennstrecke für rasende Autofahrer.“

Im Verlauf der Sitzung wurde kontrovers diskutiert. Pro und Kontra hielten sich die Waage. Besonders uneinig waren sich die Ausschussmitglieder über die Frage des Unfallrisikos. Sind „rasende“ Autofahrer gefährlicher als riskante Überholmanöver?Immerhin handelt es sich nur um knapp anderthalb Kilometer.

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