Anschluss ans Glasfasernetz auf der Kippe

Glasfaserkabel in einer Verteiler-Station.  Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Glasfaserkabel in einer Verteiler-Station. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
13 Tage vor Ablauf der Frist liegen nur zwei Drittel der nötigen Verträge vor.

Der Anschluss Wittens ans Glasfasernetz steht auf der Kippe. Auch wenn Telekom-Sprecher André Hofmann diese Schlagzeile „zu schwarz formuliert“ findet, trifft sie doch wohl den Kern. 13 Tage (Stand: Montag) vor Fristende hat das Unternehmen mit Mietern und Hausbesitzern erst 1059 Vorverträge für Telefon, Internet oder TV im schnellen Netz abgeschlossen.

1650 Abschlüsse bis Ende März sind Voraussetzung für den Glasfaserausbau in der Innenstadt, Teilen von Heven und Annen – zehn Prozent der möglichen Nutzer. Im Internet (www.telekom.de/glasfaser) kann jeder verfolgen, wie Witten und andere Städte im Rennen liegen. Hier hat die Telekom zwei Monate nach Beginn der Werbeoffensive und zwei Wochen vor deren Ende mit 64 % erst knapp zwei Drittel der erforderlichen Verträge unter Dach und Fach. In 20 der 39 im Netz aufgelisteten Städte ist bzw. wird das Glasfasernetz ausgebaut – den Anfang machte Mettmann 2010. Mit Münster und Bremerhaven haben sich zwei Städte schon eine Absage eingehandelt – dort hatte schon die Zahl der kostenlosen Nutzungsvereinbarungen (Zugang für Strippenzieher zum Haus) nicht gereicht. Diese erste Hürde – 80 Prozent der Eigentümer mussten zustimmen – hatte Witten Mitte Januar geschafft.

[kein Linktext vorhanden] In Witten und sieben anderen Städten läuft bis Ostern die Frist, zehn Prozent der möglichen Endkunden (Witten: 1650 von 16 500) unter Vertrag zu bekommen: Frankenthal (86 %), Lörrach (81 %), Fürstenfeldbruck (79 %), Bad Homburg (74 %) Oberursel (72 %), liegen bei der Vertragsquote vor Witten (64 %) – in Chemnitz (53 %) und Koblenz (48 %) läuft das Anwerben noch schlechter.

„Wir glauben dran, dass Witten es schaffen wird,“ sagt Hofmann, „deshalb müssen wir jetzt die noch Unentschlossenen überzeugen.“ Er warne aber alle, die darauf vertrauten, dass sich genügend Nachbarn anmelden würden: „Das ist kein Selbstläufer!“ Die Entscheidung für oder gegen den Ausbau sei definitiv noch nicht gefallen.

Bei einem Ausbau des Glasfasernetzes in Witten würde die Telekom einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Wenn Witten das ausschlägt? Hofmann: „Dann nehmen wir zur Kenntnis, dass Witten genug versorgt ist und kein Mehrbedarf besteht.“