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Die Biogasanlage liegt direkt an der A 44 in Stockum. Der Betrieb wurde Anfgang 2013 aufgenommen, der Vorlauf begann schon etwas früher.
Die Biogasanlage liegt direkt an der A 44 in Stockum. Der Betrieb wurde Anfgang 2013 aufgenommen, der Vorlauf begann schon etwas früher.
Foto: Walter Fischer
Biogasanlage in Stockum hat nach Angaben des Betreibers AHEbisher alle gesetzten wirtschaftlichen Ziele erreicht oder sogar übertroffen.

Witten..  Rund ein Jahr nach dem Start der für 15 Millionen Euro errichteten Biogasanlage zieht der Betreiber eine durchweg positive Bilanz. „Es war ein sehr gutes Jahr. Es gab keine Störfälle, und alle Planvorgaben wurden übertroffen. Wir sind sehr zufrieden“, betont AHE-Niederlassungsleiter Johannes Einig (30). Die AHE ist zu gleichen Teilen eine Tochterfirma von AVU und dem Entsorger Remondis.

Etwa 20 000 Tonnen Biomüll sammeln die 330 000 Einwohner des Ennepe-Ruhr-Kreises pro Jahr. Das Potenzial ist aber nach Einschätzung der AHE größer – und auch für einen künftigen Zuwachs ist die Wittener Biogasanlage ausgelegt. Weiterhin nicht geplant sind laut Betriebsleiter Johannes Einig Biomüll-Importe aus Gebieten außerhalb des Kreises. Dafür sei die Anlage nicht konzipiert. Außerdem würden sich solche Transporte nicht rechnen.

Von einem höherem Biomüll-Aufkommen innerhalb des Kreises würden sowohl AHE als auch die Bürger profitieren. Die Anlage erzeugt mit Biogas für das angegliederte Blockheizkraftwerk Strom für 2500 Haushalte. Weitere Produkte sind Flüssigdünger für die Landwirtschaft und kostenloser Kompost für heimische Gärten.

„Wir sammeln inzwischen mehr Biomüll, aber die Restmüllmenge sinkt“, erläutert Johannes Einig. 70 Kilogramm Biomüll pro Kopf und Jahr sammelte die AHE noch vor einem Jahr im Ennepe-Ruhr-Kreis ein. Nach ihrer Beobachtung landeten zusätzliche 35 Kilogramm Biomüll pro Einwohner und Jahr in der Restmülltonne - ein Drittel Fehlwürfe also. Das habe sich erfreulicherweise geändert.

Mit dem gewonnenen Biogas erzeugt das Blockheizkraftwerk jährlich fünf Millionen Kilowattstunden Strom, der ins Netz eingespeist wird. „Damit liegt die Anlage wirtschaftlich im Plan“, freut sich der Betriebsleiter. Die hochmoderne Anlage beschäftigt insgesamt sieben Mitarbeiter.

Positiv hebt Johannes hervor, dass es keine Schwermetalle in flüssigen Gärresten gebe, und auch der erzeugte Kompost werde als Bodenverbesserer von den Bürgern gut abgenommen.

Auch die Lage an der – gut 100 Meter Luftlinie entfernt liegenden – Umladestation im Bebbelsdorf habe sich deutlich verbessert. Anwohner hatten dort in der Vergangenheit wiederholt über Geruchsbelästigungen geklagt. „Die Belästigungen sind zurückgegangen, da die Bioabfälle hier nicht mehr offen umgeladen werden, sondern direkt in die eingehauste Vergärungsanlage gebracht werden“, betont Johannes Einig. Insgesamt habe man für die Luftreinhaltung 2,5 Millionen Euro investiert.

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