Ärztliche Hilfe ohne technische Geräte

Schon zweimal waren die Medizinstudentinnen Theresa Spellenberg (23, li.) und Olga von Bismarck (21) in Albanien. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Schon zweimal waren die Medizinstudentinnen Theresa Spellenberg (23, li.) und Olga von Bismarck (21) in Albanien. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool
Foto: Walter Fischer

Witten.. Fachärztliche Untersuchungen vornehmen ohne technische Geräte - in Deutschland kaum vorstellbar, aber in vielen Schwellenländern an der Tagesordnung.

Das Projekt „Future Doctors Network“ der Uni Witten/Herdecke schickt viermal im Jahr vier Medizinstudenten nach Tirana in Albanien. Sie sollen den angehenden Medizinern zeigen, wie man sich fast ausschließlich auf seine Sinne verlassen kann bei Untersuchungen von Patienten.

Olga von Bismarck und Theresa Spellenberg waren schon zweimal in Albanien. Im Dezember flogen die Medizinstudentinnen im vierten Semester das erste Mal nach Tirana. Damals ging es um die innere Medizin. Das letzte Mal, Anfang Mai, stand das Fachgebiet Neurologie auf der Tagesordnung. Gemeinsam mit dem Arzt Tobias Feldhaus flogen sie und ihre Kommilitonen Christof Jung und Tobias Mozcko in das fremde Land. Dort trafen sie auf Studenten, die zwar theoretisch ein umfassendes Wissen vorwiesen, aber keine praktische Erfahrung mitbrachten. „Bei der Neurologie geht es darum, Reflexe auszulösen und zu schauen ob die Motorik klappt“, erklärt Theresa Spellenberg. Mit Klopftechniken lernten die albanischen Studenten, diese auszulösen. Die Grundtechniken seien wichtig, so die 23-Jährige. Ihre Kommilitonin erklärt: „Nachdem die albanischen Studenten ihren Abschluss gemacht haben, werden sie, ohne je praktisch gearbeitet zu haben, an die Patienten gelassen. Daher lernen sie durch unser Projekt wirklich viel dazu.“

Aber nicht nur die ausländischen Mediziner lernen etwas für ihre Zukunft. Auch die Wittener können Extrawissen anhäufen. „Allein schon, das Land Albanien zu sehen, das man vielleicht ohne das Projekt niemals bereisen würde, ist ein Höhepunkt“, so Olga von Bismarck.

Zwölf bis 15 Studenten der Uni Witten/Herdecke umfasst das Projekt „Future Doctors Network“, das es seit 2002 gibt. Die Anzahl wechselt, da nicht jeder Teilnehmer ständig vor Ort ist. Finanziert wird die Arbeit von der Walter-Gastreich-Stiftung. Theresa: „Ohne die Stiftung gäbe es das Projekt nicht.“

Ob sie beim nächsten Flug dabei sind, wissen die Studentinnen noch nicht. Schließlich soll jeder aus der Gruppe die einmalige Chance der Hilfe vor Ort nutzen können.

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