70 Händler auf Hof des Haus Herbede

Der traditionelle Frühlingsmarkt am Haus Herbede lockt viele Besucher. 70 Stände wurden aufgebaut. Foto: Arne Poll / WAZ Fotopool
Der traditionelle Frühlingsmarkt am Haus Herbede lockt viele Besucher. 70 Stände wurden aufgebaut. Foto: Arne Poll / WAZ Fotopool

Witten.. Beim traditionellen Frühlingsmarkt auf dem Burghof des Haus Herbede waren um die 70 Stände vertreten. Neben den zahlreichen Schmuckangeboten und Holzkunstwerken zog vor allem ein Stand mit Motiven aus Schieferplatten die Besucher magisch an.

Herzen, Blumen, Tiere oder auch gerne ein Fußballwappen, Simon Brück kann alles aus einer Schieferplatte herausholen. Der 26-Jährige ist zum zweiten Mal bei einem Markt im Haus Herbede dabei und weiß, dass die Kunden von seinen Werken begeistert sind. „Ich nehme sehr selten einmal Schieferplatten oder Motive, die ich schon fertiggestellt habe, wieder mit nach Hause“, meint der gelernte Dachdecker. In seiner offiziellen Uniform schlägt er die Figuren und Muster vor den Augen der Kunden direkt aus der Platte heraus. Zu nahe heran sollte man dabei jedoch nicht gehen: Der feine Staub wirbelt unaufhaltsam durch die Luft und setzt sich überall fest.

Auf der Wiese vor dem ältesten Gebäude der Stadt haben sich neben den Händlern auch Gastronomen niedergelassen. Flammkuchen, frisches Brot, süßer Stuten und dazu einen Kaffee - so genießen einige Besucher des Haus Herbedes die Sonne. Direkt neben den entspannten Erwachsenen können die Kleinen schon einmal für Ostern vorsorgen. Eier bemalen heißt die Devise. Anne Steinen (60) kommt mit ihrer Enkelin Lina Kratzert vorbei. Mit ihren 16 Monaten ist sie zwar noch zu klein, um Eier zu bemalen, aber dafür lässt sich Oma Steinen das Vergnügen nicht nehmen. „In einem oder zwei Jahren kann sie das dann selbst machen. Aber Spaß macht es ja in jedem Alter“, sagt die 60-Jährige begeistert. Neben ihr hat der fünfjährige Vlad sein Ostergeschenk fest im Griff. Auf einen Holzstab gespießt malt er in allen verfügbaren Farben nicht zu erkennende Muster auf das Ei. Der Papa sieht’s nicht so eng: „Ihm gefällt’s, das ist doch die Hauptsache.“

Auch im Inneren der alten Burg haben sich Händler niedergelassen. Margarete Knippschild ist mit über 30 Likören und Senfsorten angereist. Außerdem verkauft die 57-Jährige auch selbstgemachte Glückwunschkarten mit gestrickten Mini-Pantoffeln aufgenäht. Ihren Standort genau im Eingangsbereich hat sie sich allerdings nicht gewünscht. „Ich bin eine Stunde zu spät angekommen, da hatte man meinen Platz im Inneren schon weitergegeben.“ Die Etiketten der Likörflaschen würden sich bei Feuchtigkeit ablösen. „Aber bei dem sonnigen Wetter ist ja alles in Ordnung“, meint Margarete Knippschild.

Ob nun töpfern mit Heidi Krawczyk, die aus einem Klumpen Lehm eine hübsche Milchkaffeetasse formt oder Jennifer Wüst, die ihre selbst gemachten bunten Handtaschen verkauft - beim Frühlingsmarkt im Haus Herbede ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und wer keinen Sinn für die Kunst hat, lässt sich einfach nur die Sonne auf den Bauch scheinen im Biergarten.

 

EURE FAVORITEN