230 Kilometer auf vier Rollen

Arthur Wischmann (15) aus Witten
Arthur Wischmann (15) aus Witten
Foto: WAZ
Arthur und Alexander Wischmann, beide 15, machen sich auf den Ruhrtalwanderweg. Täglich fünf Stunden lang wollen sie auf dem Longboard stehen

Witten..  Der Ruhrtalwanderweg erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Zwei Teenager haben ihn so ins Herz geschlossen, dass sie jetzt ein ungewöhnliches Experiment wagen: Mit dem Longboard wollen Arthur Wischmann aus Witten und sein Cousin Alexander Wischmann aus Berlin, beide 15, ab kommender Woche die 230 Kilometer in fünf aufeinander folgenden Tagen zurücklegen. Was daran so neu ist? Bisher hat sich das noch keiner getraut.

„Ich fahre noch gar nicht lange Longboard, erst ein halbes Jahr“, erzählt Arthur Wischmann (15). „gerade darum reizt es mich, die lange Strecke auszuprobieren.“ Durch Freunde sei er überhaupt auf diese Sportart gekommen. „Einer von meinen Bekannten hatte ein uns sagte: Hey, probier doch mal. Dann habe ich das gemacht. Später habe ich mir ein Board ausgeliehen, schließlich selbst eins gekauft.“

Board ist länger, Rollen sind breiter

Und dann beginnt der 15-Jährige, sein Fortbewegungsmittel zu erklären. Ein Longboard sei nämlich kein normales Skateboard. „Es ist länger, die Rollen sind breiter, und meins ist noch dazu tiefer gelegt.“ Auch vollführe er mit seinem Gerät keine Kunststücke. „Ein Longboard ist für lange Strecken ausgelegt“, sagt der Fachmann. Kostenpunkt: zwischen 50 und 500 Euro, „je nachdem, was für eine Qualität Du haben willst“.

Sooooo lange Strecken ist Wischmann bisher zwar noch gar nicht gefahren. Aber trainiert hat er schon für kommenden Montag, da soll es nämlich in Winterberg auf die Piste gehen. „Ohne Training schaffst Du das nicht!“ Und Freitag ist dann Zieleinlauf in Duisburg.

Ersatzteillager inbegriffen

Wenn es nicht zu sehr regnet, denn „Wasser ist Gift für das Kugellager des Boards, das ist ziemlich rostanfällig“. Die Wischmanns basteln darum schon seit Wochen an einem Erstatzteillager rum, das bei Wetterkapriolen zum Einsatz kommen soll. „Wir haben keine Extra-Boards. Aber die Kugellager können wir austauschen.“

Außer für den Ehrgeiz und das Vergnügen rollen die Cousins aber noch aus einem anderen Grund: „Wir wollen auf unserer Tour Spenden für die Erdbebenopfer in Nepal sammeln.“ Und das geht so, dass sie auf der populären Touristenstrecke durchaus mal Spaziergänger anhalten und um ein paar Kröten bitten wollen. „Ich kann mir das genau so vorstellen“, lacht Arthur Wischmann.

Warum gerade Spenden für Nepal? „Unsere Großeltern engagieren sich in ihrem Wohnort im Sauerland in einer Gruppe, die Opfern in Nepal hilft. Das hat uns beeindruckt.“

Für Schutzhütten und Filteranlagen

Die gesammelten Gelder sollen also anschließend an diese kleine Hilfsorganisation aus dem Sauerland fließen, die bereits mehrfach in Nepal vor Ort war und aktuell auch noch dort ist. „Die Spenden, die wir auf unserer Tour sammeln, sollen anschließend in Schutzhütten, Wasserfilteranlagen oder auch Saatgüter investiert werden“, wünscht sich der junge Sportler aus Witten. Auch die Finanzierung zum Bau von langfristigen Projekten wie etwa einer Grundschule sei bei ausreichend Ressourcen denkbar. Wischmann: „Wir haben ja jetzt im Vorfeld unserer Tour schon viele Leute angesprochen und etwas Geld für den guten Zweck zusammenbekommen – denn viele fanden unsere Idee gut.“

Selbst in Nepal war Arthur Wischmann in seinem jungen Leben übrigens noch nie. „Leider. Aber ich könnte mir sehr gut vorstellen dort irgendwann mal hinzureisen.“

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