13 Jugendliche aus Witten schrieben am Ruhrpott-Kettenroman "Grenzgänger" mit

66 Jugendliche aus dem Ruhrgebiet haben gemeinsam den Kettenroman „Grenzgänger“ verfasst. Die Handlung beginnt in Witten und verläuft durch sechs weitere Städte im „Pott“.
66 Jugendliche aus dem Ruhrgebiet haben gemeinsam den Kettenroman „Grenzgänger“ verfasst. Die Handlung beginnt in Witten und verläuft durch sechs weitere Städte im „Pott“.
Foto: Frank Vinken
66 Jugendliche aus dem Ruhrgebiet haben gemeinsam den Kettenroman „Grenzgänger“ verfasst. Die Handlung beginnt in Witten und verläuft durch sechs weitere Städte im „Pott“. 13 Jugendliche aus der Ruhrstadt haben über drei ganz besondere Orte in ihrer Stadt geschrieben.

Witten. Um als Jugendlicher einen eigenen Roman verfassen zu können, der dann auch noch im Handel erscheint, braucht man Zeit, Geduld, eine tolle Idee und eine gute Unterstützung – oder man nimmt am Projekt „Quer durch die Städte schreiben“ teil und darf an einem Kettenroman mitwirken.

Genau dafür haben sich im vergangenen Herbst 66 Jugendliche aus sechs Städten (Witten, Gelsenkirchen, Bochum, Castrop-Rauxel, Dortmund, Unna) im Ruhrgebiet entschieden und ihr Schreibtalent bewiesen. Nun können sie stolz ihr Werk in den Händen halten: „Grenzgänger. Ein Ruhrpott-Roadmovie“ ist seit Montag im Handel erhältlich.

Fertige Kapitel weitergereicht

„Natürlich waren die Kids richtig stolz, als das Buch erschien“, sagt Projektleiterin Sarah Meyer-Dietrich und freut sich, dass die Autoren so motiviert waren: „Die Jugendlichen haben sich nach der Schule getroffen, um an den Texten zu arbeiten – ein hohes Pensum also.“ Doch die Vorstellung, Teil eines Buches zu sein, hätte viele „total zum Mitmachen animiert“, so Meyer-Dietrich. Wegen der guten Resonanz wolle man das Projekt auch fortführen.

Inspiriert wurden die Jugendlichen im Vorfeld durch Exkursionen an versteckte, vergessene und verbotene Orte in der eigenen Stadt. „In Witten sind das der Helenenturm, das Haus Witten und unzugängliche Räume am Bahnhof“, verrät die Projektleiterin. „Je zwei Vertreter aus jeder Stadt haben sich getroffen, um einen roten Faden zu entwickeln“, sagt Meyer-Dietrich. Dann konnte es mit den einzelnen Schreibworkshops losgehen. Am Ende wurden die verfassten Kapitel an die nächste Stadt weiter gegeben.

Schüler waren sofort begeistert

In Witten waren es 13 Jugendliche, die eine Handlung zusammenstrickten: „Es ging unheimlich schnell, die Autoren zu finden“, sagt Sarah Meyer-Dietrich. „Wir haben in der Otto-Schott-Realschule nachgefragt und sofort haben zwölf Schüler einer einzigen Klasse zugesagt.“ Dazu kam eine Schülerin des Schiller-Gymnasiums, die von dem Projekt gehört und sich sofort dafür gemeldet hatte.

Die Truppe hat dann vier Tage lang den Beginn des Romans verfasst: „Eigentlich will Max nur eben ihren Kumpel Recep in Witten besuchen. Aber da trifft sie seinen Mitbewohner Michael, der nicht nur unverschämt gut aussieht, sondern auch noch Geister beschwören kann“, beginnt der Ruhrpott-Roman. Als sich Max dann auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater macht, beginnt eine abenteuerliche Reise quer durch den Ruhrpott.

Endet die Story denn auch da, wo sie begann? „Die letzte Station war Unna“, so Sarah Meyer-Dietrich, „und die Autoren hätten die Geschichte natürlich in Witten enden lassen können. Aber da waren sie wohl zu lokalpatriotisch.“

 
 

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