Patrice geht auf Tuchfühlung

Franziska Bombach
Patrice, hier bei seinem Auftritt beim Ruhr Reggae Summer 2010,  hat keine Angst vor Publikumskontakt. Bild: Stephan Glagla
Patrice, hier bei seinem Auftritt beim Ruhr Reggae Summer 2010, hat keine Angst vor Publikumskontakt. Bild: Stephan Glagla
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Witten. Ein Bad in der Menge – nicht jeder Künstler traut sich das. Der Reggae- und Soulsänger Patrice ließ es sich während seiner anderthalbstündigen Show beim Zeltfestival Ruhr allerdings nicht nehmen mit dem Publikum auf Tuchfühlung zu gehen.

Der deutsche Künstler mit afrikanischen Wurzeln steht seit elf Jahren auf internationalen Bühnen und begeistert sein Publikum. Vor allem seine Liebe zur Musik wird während seiner Auftritte deutlich, wenn er minutenlange Gitarrensoli spielt und bei jedem ruhigeren Lied die Augen schließt. So auch beim Zeltfestival auf der zweitgrößten Bühne im Stadtwerkezelt. Nicht lange lassen Hits wie „Everyday good“, „Up in my room“ und „An­other one“ auf sich warten und bringen die Zuschauer zum Springen und die Tanzfläche zum Beben – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zur Unterstützung hat Patrice die Band „Supowers“ mitgebracht, die mit Congas, Bass und Gitarre seine einzigartigen Stimme noch unterstützen.

Publikum in Ekstase

Das Publikum animieren, darauf versteht sich der 32-Jährige. Zwischenzeitlich genießt er den Jubel und Applaus und misst die Lautstärke der schreienden Menge mit seinen eigenen Maßstäben. Mini, medium und Maximum zeigt der Künstler mit den Händen an und klettert am Ende sogar eine Trägersäule hinauf, womit er die rund 1000 Zuschauer in Ekstase versetzt. Das sollte aber noch nicht der Höhepunkt sein.

Bad in der Menge

Lautstark forderte das Publikum den Hit „Soulstorm“ ein, den der Reggae-Künstler energiegeladen und mit einem Grinsen im Gesicht spielt. Als er sich dann schwitzend von der Bühne verabschiedet, reißen die „Zugabe“ - Rufe nicht ab. Und er wäre nicht Patrice, wenn er nicht noch eine Überraschung in petto hätte. Während seine Band mit Trommeln auf der Bühne wartet und den Ton vorgibt, erklingt auf einmal seine Stimme und plötzlich läuft der Reggae-Künstler quer durch die Menge und lässt sich feiern. Mit nur einem Sicherheitsmann zum Schutz genießt er sichtlich das Bad in der Menge.

Nach 90 Minuten ist dann Schluss mit lustig. Und obwohl schön längst die Bühne aufgeräumt wird, jubelt und feiert das Publikum weiter.