Malmsheimer polarisiert beim Auftakt zum Zeltfestival Ruhr

Bei der Pre Opening Party des Zeltfestival Ruhr drängten sich einige hundert Besucher in und zwischen den Zelten. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Bei der Pre Opening Party des Zeltfestival Ruhr drängten sich einige hundert Besucher in und zwischen den Zelten. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

BochumWitten.. Das Wetter war prima, entsprechend war die Stimmung: Alles war gut bei der Pre Opening Party des Zeltfestivals Ruhr am – bis Kabarettist Jochen Malmsheimer kam und sein polarisierendes Grußwort hielt.

Als das ZFR 2010 am 19. August mit einer Pre Opening Party eingeläutet wurde, da konnte man von einem kulturellen Klassentreffen reden: Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, Sparkassen-Vorstand Karl Jochem Kretschmer, Stadtwerke-Chef Dietmar Spohn, Privatbrauer Hugo Fiege, Kulturdezernet Michael Townsend, Ruhr 2010-Geschäftführer Oliver Scheytt – kaum zu glauben, was sich da alles an Prominenz versammelt hatte. 500 „Geladene“ sollen es gewesen sein.

Tradition im Ruhrgebietssommer

„Das Zeltfestival ist auf dem besten Weg, sich zu einer Traditionsveranstaltung des Ruhrgebietssommers zu entwickeln“, bemerkte OB Scholz, und schwärmte in ihrem Grußwort von einer „zauberhaften Zeltstadt“, ja von einem „Fixstern der Kultur“. Das hörten alle gerne, weil es sich ja auch gut anhört. Nur der Gastredner des Abends, Kabarettist Jochen Malmsheimer, mochte nicht mitspielen. Statt einige verbindliche Worte unverbindlich aneinanderzureihen, zog er ordentlich vom Leder. Alles bekam sein Fett weg. Zum Cross Border Deal: „Vielleicht hätte man die Verwaltung verkaufen und die Scheiße behalten sollen!“; zum Konzerthaus: „Die Stadt .. verkündet … vollmundig, um nicht zu sagen: großmäulig, die Notwendigkeit zur Installation eines vollkommen unnützen Konzerthauses …, ohne einen Bedarf dafür zu haben“; zum literarischen Geschehen: „Die Bochumer Literatur beschränkt sich auf die Jobsiade und den Jahreskatalog von Reifen Tanski“.

Was darf Satire?

Was die Suada sollte, war nicht jedem sofort klar. Es war ein bisschen so, als überließe man einem Freund die eigene Wohnung, und wenn man aus dem Urlaub zurück kommt, ist sie total verwüstet. Was darf Satire? Oder war’s gar keine?

Wie auch immer, Jochen Malmsheimer hatte den relaxten Abend schwer gerockt. Die Oberbürgermeisterin beschwerte sich bei den Veranstaltern, diese distanzierten sich sogleich von ihrem Gast; in seinem „polarisierenden Vortrag“ habe Malmsheimer „für sich selbst gesprochen“.

 
 

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