Zweite Sprengung der A40-Brücke in Bochum erfolgreich

Zahlreiche Schaulustige hatten sich auch am Sonntagvormittag eingefunden, um den zweiten Spreng-Versuch der A 40-Brücke live zu erleben. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Zahlreiche Schaulustige hatten sich auch am Sonntagvormittag eingefunden, um den zweiten Spreng-Versuch der A 40-Brücke live zu erleben. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Die zweite Sprengung der A40-Brücke an der Bahnhofstraße war erfolgreich. Entgegen anders lautender Gerüchte fiel auch die restliche Bausubstanz. Trotz des Erfolges waren die Zuschauer über den unspektakulären Verlauf der Aktion enttäuscht.

Wattenscheid. Das Gerücht, es habe wieder nicht geklappt, wollte sich unter den Schaulustigen zwar hartnäckig halten, doch Projektleiter Rolf Witte von Straßen NRW weiß es besser: Der zweite Sprengversuch der A 40-Brücke an der Bahnhofstraße war erfolgreich, obwohl das Bauwerk rein optisch nur ein kleines Stück abgesackt ist.

„Gewackelt hat sie ja schon ein bisschen“, meinte einer der zahlreichen Schaulustigen, die sich am Sonntagvormittag an der Bahnhofstraße eingefunden hatten, ironisch. Spektakulär war Sprengung Nummer zwei in der Tat nicht: Es hatte pünktlich um elf Uhr nur „Puff“ statt „Bumm“ gemacht, und statt in sich zusammenzusacken, blieb das Bauwerk augenscheinlich stehen. Doch Projektleiter Witte betont: „Die 15 Prozent, die am Freitag nicht runtergekommen sind, die haben wir jetzt.“

Erwartungshaltung der Zuschauer enttäuscht

Hinter den Schutzmatten habe man bereits am Freitagabend sehen können, dass die Brücke „ganz klein gebröselt“ sei. Bei den Zuschauern sei die Erwartungshaltung wohl eine andere gewesen: „Sie haben wahrscheinlich gedacht, die Brücke löst sich jetzt in Schutt und Asche auf.“ Doch das, erklärt Wittes Kollege Michael Gebert, sei schon deshalb nicht möglich gewesen, weil sich außer der Wohnbebauung auch noch der neu gebaute Südteil der Brücke direkt nebenan befinde. „Wenn die Brücke auf freiem Feld stehen würde, wäre sie schnell zerlegt, aber die Wohnbebauung und vor allem das neue Bauwerk dürfen auf keinen Fall Risse abbekommen.“

Am Freitag, gibt Rolf Witte zu, habe er selbst gedacht „es macht bumm und alles liegt unten“, aber nach dem ersten Sprengversuch, habe er die Eisenstreben in den Brücken-Überbauten gesehen. „Die halten noch einiges zusammen.“ Zudem, das betont er immer wieder, habe es sich lediglich um eine Auflockerungssprengung gehandelt – den leicht abgesackten Brückenrest müssen jetzt die Bagger abtragen. Das, so der Mann von Straßen NRW, dauere nicht einmal halb so lange wie ein konventioneller Abbruch ohne Sprengung, der ganze 14 Tage in Anspruch genommen hätte.

Sperrung der Bahnhofstraße verlängert sich

„Die Bagger stehen schon Gewehr bei Fuß“, sagt Witte. Kurze Zeit nach der Sprengung beginnen sie, die blauen Schutzmatten vor dem Bauwerk zu entfernen, so dass man die größtenteils vom Beton befreiten Eisenstreben sieht. „Da steht nicht mehr viel“, konstatiert Witte.

Mit insgesamt 300 Kilo Sprengstoff sei man dem Bauwerk letztlich zu Leibe gerückt: 250 waren es am Freitag, am Sonntag entsprechend weniger. Und Rolf Witte ist sichtlich erleichtert, dass es bei zweiten Versuch nun endlich geklappt hat. Vorab hatte sich der Projektleiter von Straßen NRW noch skeptisch gezeigt: „Da ist so viel Eisen drin . . . die Sprengleute haben ja gemeint, dass sie jetzt fällt, aber ich bin da skeptisch.“ Im wahrsten Wortsinn gefallen ist das Bauwerk nicht, und auch der Zeitplan der Autobahnbauer ist arg durcheinander geraten. „Wenn die Sprengung am Freitagabend geklappt hätte, wären wir Montag früh fertig gewesen“, sagt Rolf Witte. Doch nun müssen sich die Anwohner auf eine deutlich längere Sperrung der Bahnhofstraße einstellen: Noch bis Freitag sollen dort die Bagger das Bild beherrschen. Bis auch der letzte Betonbrocken beseitigt ist.

 
 

EURE FAVORITEN