Ziel: Förderturm erhalten

Förderturm der Zeche Holland.                                         Foto: Wiggen
Förderturm der Zeche Holland. Foto: Wiggen
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Alle Informationen zum Förderturm der ehemaligen Zeche Holland will die Verwaltung am 16. April im öffentlichen Sitzungsteil der Bezirksvertretung darlegen. Das erklärt Paul Aschenbrenner, Wirtschaftsdezernent und Geschäftsführer der städtischen Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR). Aufsichtsrat und Gesellschafter der EGR empfehlen, das Grundstück samt Turm an das Land (NRW Urban) zurückzugeben.

Bei der geplanten Turmsanierung gibt es – wie berichtet – massive technische und finanzielle Probleme. Das Stahlgerüst ist marode, Statik und Fundament sind problematisch – so das Fazit der neuen Gutachten. Es droht der Abriss des Turmes. Allein beim Fundament sei von Mehrkosten in Höhe von 800 000 bis 900 000 Euro auszugehen, so Aschenbrenner.

Es wird nun über Gesamtkosten von 3 bis 4 Mio Euro spekuliert – deutlich mehr als die auf Grundlage eines älteren Gutachtens veranschlagten 1,3 Mio Euro Fördermittel, die das Land NRW vor zwei Jahren zusagt hatte.

Die EGR als Turmbesitzer schlägt laut Aschenbrenner deshalb vor, die Maßnahme unter den gegebenen Verhältnissen nicht weiter zu verfolgen. „Nach der Bezirksvertretung wird das Thema auch in den Fachausschüssen erörtert. Die Politik muss entscheiden, wie es weitergeht.“ Auch einen Neubau/Nachbau des Turmes gelte zu erwägen.

Es sollten alle Möglichkeiten zum Erhalt des Holland-Turms geprüft werden, meint Dieter Fleskes, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion und Mitglied im Aufsichtsrat der Entwicklungsgesellschaft Ruhr. Das gelte auch, nachdem Aufsichtsrat und Gesellschafter empfohlen hatten, das Grundstück samt Turm an das Land (NRW Urban) zurückzugeben, stellt Fleskes klar. Die EGR könne die absehbaren Mehrkosten nicht finanzieren. Die Anfrage nach den denkbaren Optionen und der Zukunft dieser Gewerbefläche hat Fleskes am Donnerstag auch im Stadtrat gestellt.

Eigentlich wollte nach der Turmsanierung die von Werner Ollbrink gegründete Stiftung den Holland-Förderturm (mit Aussichtsplattform) übernehmen; der Wattenscheider Unternehmer plante zudem den Neubau eines Bürozentrums rund um den Förderturm.

Das Stahlgerüst wurde 1927 auf Zeche Zollverein in Essen aufgebaut und nach dem Abbau 1962 auf der Zeche Holland wieder aufgebaut.

Der Stahl sei, so heißt es jetzt, von ähnlich schlechter Qualität wie die Strommasten im Münsterland, die vor acht Jahren im strengen Winter umknickten. Der denkmalgeschützte Förderturm ist seit 30 Jahren stillgelegt.

 

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