VfB Günnigfeld bietet Eigenregie an

Die Sporthalle  Günnigfeld ist für Vereine sechs Wochen lang geschlossen.
Die Sporthalle Günnigfeld ist für Vereine sechs Wochen lang geschlossen.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid..  Massive Kritik daran, dass die Stadt die Sporthalle Günnigfeld für Vereine ab heute sechs Wochen lang schließt, übt auch der VfB Günnigfeld. „Eine Frechheit, ein schlechter Witz“, schimpft Vorsitzender Frank Scheffler. „Die Mitglieder sind stinksauer, und dem Verein entsteht dadurch großer Schaden. Das trifft uns bis ins Mark.“ Der VfB ist ein Hauptnutzer von Halle und Sportplätzen.

Durch einen akuten, krankheitsbedingten Personalengpass bei den Hausmeistern bzw. Platzwarten, so teilte das Sport- und Bäderamt vergangene Woche mit, müsse die Halle ab 16 Uhr bis zum 29. Juni für den Vereinssport geschlossen werden; der Schulsport zuvor sei nicht tangiert. Einschränkungen betreffen auch die Sportplätze.

Massive Einschränkungen

„Durch die Hallenschließung sind bei uns mehrere Gruppen mit insgesamt rund 150 Mitgliedern direkt betroffen, das reicht von Mutter-Kind-Turnen über Aerobic bis Handball“, so Frank Scheffler. Da keine Ersatzräume zur Verfügung stehen, fallen diese Angebote aus. „Einige Mitglieder verlangen die Beiträge zurück, da keine Leistungen in dieser Zeit erbracht werden. Der Verein kann dadurch Geld und Mitglieder verlieren, darüber denkt die Stadt offenbar überhaupt nicht nach.“

Da direkt nach der sechswöchigen Teilschließung der Halle die Sommerferien folgen, in denen ohnehin keine Übungsstunden stattfinden, fallen die Angebote insgesamt zwölf Wochen lang aus – ein langer Zeitraum.

Auch die benachbarten Sportplätze sind betroffen: So stehen ab heute beim Trainingsbetrieb in der Woche Toiletten sowie Dusch- und Umkleideräume nicht zur Verfügung. „Das kann doch wohl nicht sein, wie stellt sich die Stadt das vor?“, schimpft Scheffler. Die VfB-Fußballabteilung hat rund 270 Aktive (zwei Herrenteams, davon eines in der Landesliga, ein Frauen-, zwei Altherrenteams, acht Jugendmannschaften). Keine Einschränkungen für die Plätze gelten hingegen beim Spielbetrieb an den Wochenenden. Auch der Ruhr Cup des VfB Günnigfeld vom 22. bis 24. Mai sei nicht betroffen.

„Dienstag ist Vorstandssitzung, dann werden wir uns noch mal intensiv damit befassen.“ Man habe schon die Bezirkspolitik eingeschaltet. Scheffler vermutet, „dass bei der Stadtverwaltung ein internes Personalproblem vorliegt. Es fehlt dem Sport- und Bäderamt wohl an Geld für Stellen. Aber darunter dürfen doch nicht die Vereine leiden. Der VfB hat viel soziale Verantwortung übernommen, zum Beispiel auch durch den Kinderclub im Vereinsheim, und jetzt kommt so ‘was. Einfach unglaublich.“ Eine rasche Lösung müsse jetzt her. Scheffler hat dem Sportamt vorgeschlagen, dass der Verein in Eigenregie die Schlüsselgewalt übernimmt, Ähnliches werde schon in den ersten drei Wochen der Sommerferien praktiziert. Doch bislang gab das Sport- und Bäderamt dafür kein grünes Licht.

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