Tor am Radweg muss offen bleiben

Ralf Drews

Für Zündstoff sorgt die Radwegsituation auf dem Abschnitt zwischen Westenfelder Straße und Heidestraße (entlang der A 40). Ein Teilstück des Weges führt durch die Kleingartenanlage Dückerweg: Hier verweisen neuerdings Hinweisschilder an Toren darauf, dass Radfahrer absteigen sollen und dass der Bereich abends zugeschlossen wird.

In der Vergangenheit hat es Konflikte zwischen schnell fahrenden Radfahrern und Kleingärtnern gegeben. Es gab wohl auch (Beinahe-)Unfälle. Auch aus Diebstahlschutzgründen wurde erwogen, die Tore abends zu schließen.

Offizieller Radweg

„Das ist ein offiziell ausgewiesener Rad- und Spazierweg, der auch durch die Kleingartenanlage Dückerweg führt. Ein mit Wegenummer in Karten eingezeichneter Weg, im Radnavi wird man dort durchgeführt. Es existieren Richtungsschilder für Radfahrer mit Radwegenummer, und es existierten blaue, runde Hinweisschilder“, meint Radfahrer Josef Zimmermann. „Ab Dämmerung wird die Anlage verschlossen. Vorrangig aus dem Grund vermehrter Diebstähle. Man kommt dort also nicht mehr durch, steht vor verschlossenen Toren. Kann das sein?“ Er nutze den Weg immer, um von Bochum nach Wattenscheid zur Arbeit zu kommen. „Nun soll ich dort absteigen und schieben – was nicht das Problem sein soll. Doch was, wenn auf einmal morgens die Tore nicht aufgeschlossen sind? Dann fahre ich einen großen Umweg, komme zu spät zur Arbeit.“

Stadtsprecherin Barbara Gottschlich erklärt auf Anfrage dazu, dass „die Situation hier bereits mehrfach gemeldet worden ist. Die Stadt hat Kontakt mit dem Kleingartenverein aufgenommen, wir waren vor Ort und haben die Situation erörtert. In der Konsequenz sollen die Tore auf keinen Fall abgeschlossen werden, da es sich hier um das Landesradwegenetz handelt. Die ist genauso wie eine Hauptverbindung für den Kfz-Verkehr zu bewerten, daher sollen die Radfahrenden auch nicht zum Absteigen angehalten werden“.

Die Hinweisschilder, die zu Konflikten führen, sollen laut Stadt entfernt werden, möglicherweise sei dies bereits erfolgt. „Stattdessen sollen positiver formulierte Hinweise auf die nur gemeinsam und mit entsprechender Rücksichtnahme mögliche Nutzung des Weges angebracht werden“, so Barbara Gottschlich. Gleichzeitig seien jetzt Überlegungen angestellt worden, den Weg durch die Kleingartenanlage anders und mit weniger Konfliktpotenzial zu führen. „Bis diese andere Führung des Verkehrs geschaffen wurde, sollen die Tore offen bleiben.“