Täglich Brot mit vielen Facetten

Waldemar Mandzel und wie er die Welt – und ihr täglich Brot – sieht.
Waldemar Mandzel und wie er die Welt – und ihr täglich Brot – sieht.
Foto: Mandzel

Wattenscheid..  Mit der Fastenzeit stehe die Ausstellung nicht direkt in Verbindung. Doch könnten Ort und Zeitpunkt der Vernissage auch nicht von der Vorbereitung auf das Osterfest getrennt werden. Zumal der Titel der Bilderschau recht offen gewählt ist: „Unser täglich Brot“ gestaltet der „Künstlertreff WAT“ ab Sonntag, 22. Februar, in der Friedenskirche. Die Eröffnung findet statt nach dem Gottesdienst, der um 18 Uhr an der Hochstraße beginnt. Der Eintritt ist frei.

Das Motto stammt von Dagmar Steinmann, die mit ihren Bildern zur Ausstellung beiträgt. „Unser täglich Brot ist doch alles: Konsumgüter, Nahrung, Ängste oder auch Süchte gehören dazu. Das Thema fängt vor unserer Haustür in Wattenscheid an, erstreckt sich über die gesamte Welt.“

So seien es ursprünglich die Pläne zum Freihandelsabkommen mit den USA gewesen, die der Künstlertreff thematisch aufgreifen wollte. Lebensmittel/ und -fragen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Über 40 Bilder zeigen ab Sonntag, was „unser täglich Brot“ ist, wie es sich individuell darstellt, wie es sich entwickelt.

Fasten steht nicht nur für Verzicht

Waldemar Mandzel geht etwa auf den modernen Alltag ein, zeigt die Auswirkungen von Globalisierung und Ungleichgewicht der Staaten in der Weltwirtschaft. Gisa Collenburg fragt indes: „Wie lange kann uns die Erde noch ernähren?“ Eines ihrer Bilder steht für 800 Millionen unterernährte Menschen, den Klimawandel und die Reaktion der Natur als Ursache für Hunger und Durst. Natur, Ernte, Wassermangel und Hoffnung sind weitere Themen. Fred Riebel greift dagegen den Konsum, in Maßen und in Völlerei, in Gedichten ähnlich den japanischen Haiku auf.

Womit nicht nur er durchaus wieder einen Bogen zur Fastenzeit spannt. Obwohl das Fasten nicht immer nur Verzicht heißen muss, wie Pfarrer Dr. Uwe Gerstenkorn schildert, der am Sonntag die Predigt hält. „Ich esse unheimlich gerne Schokolade. Darauf zu verzichten, kann aber nur ein kleines Zeichen sein.“ Vielmehr gehe es jetzt darum, die wichtigen Dinge des Lebens zu fokussieren.

Er verweist dabei auf die Aktion „Sieben Wochen ohne“ der evangelischen Kirchen zur Fastenzeit, die sich in diesem Jahr mit dem Motiv Schönheit und der Abkehr von der äußerlichen Beurteilung des Menschen auseinandersetzt. „Was ist uns wichtig? Wie schaffen wir es, uns neu zu entdecken?“ seien Kriterien, nach denen man sein Leben derzeit akzentuieren könnte.

Doch betonen Gerstenkorn und Pfarrerin Monika Vogt, die mit Mandzel die Ausstellung eröffnet, auch: „Wir leben die Fastenzeit in evangelischer Freiheit.“

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