Sternsinger ziehen durch Leithe

Helena Gußen
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

Wattenscheid.  Rund dreißig kleine Könige prägen seit gestern und auch heute noch das Stadtbild in Leithe. Unter dem Motto „Segen bringen – Segen sein“ ziehen die Sternsinger durch die Straßen im Wattenscheider Westen und sammeln für gleichaltrige Kinder.

Bevor es Freitagmorgen „richtig los ging“, gab es einen Aussendungsgottesdienst in der St. Johannes-Kirche an der Kemnastraße. Zusammen mit Gemeindereferentin Anke Wolf haben die Mädchen und Jungen in der Bibel von den drei Sterndeutern aus dem Morgenland gelesen und anschließend besprochen, was die Könige dem Jesuskind mitgebracht haben. Während Gold den meisten Sternsingern bekannt war, wussten aber nur die wenigsten unter ihnen mit Weihrauch oder Myrrhe etwas anzufangen.

Umso besser, dass Anke Wolf das Weihrauchfass der Gemeinde mitgebracht und den Kindern gezeigt hat. Besonders spannend für die kleinen Könige: Sie durften das Weihrauchfass nicht nur angucken, sondern auch jeder ein Körnchen Baumharz auf die heiße Kohle werfen und staunen, dass „ja schon nur ein Korn reicht, damit es raucht“.

Schellen, singen und sammeln

Anschließend ging’s los. „Wir klingeln überall an, singen ein Lied und sagen einen Segensspruch auf. Dann geben die Leute uns etwas Geld in unsere Dose“, erklärt der zehnjährige Kingsley, was sie machen. „Die meisten Leute sind sehr nett, wenn wir kommen. Eine Frau hat sich sogar richtig doll gefreut, dass wir kamen“, erzählt er weiter. Und wenn man so empfangen wird, macht das Sternsingen auch richtig großen Spaß.

„Ich dachte erst, dass es langweilig wird, aber eigentlich ist das richtig lustig“, freut sich die neunjährige Lea. Ihre Freundin Jona ist schon zum zweiten Mal dabei. Mittags auf dem Weg zurück zum Jugendheim, wo Spaghetti auf die Sternsinger warten, sagt sie: „Eigentlich will ich gar nicht zurückgehen, sondern weitersingen.“ Gut, dass es nach der Pause ganz schnell weitergehen sollte.

Die Aktion Dreikönigssingen gibt es in Deutschland bereits seit 1959. Der Brauch, Geld für die Armen in dieser Form zu sammeln, geht sogar auf das 16. Jahrhundert zurück. Inzwischen ist sie zu dem weltweit größten organisierten Hilfsprojekt von Kindern für Kinder geworden.

In diesem Jahr fließt der Erlös an Projekte, die die medizinische Versorgung in Entwicklungsländern verbessern sollen. „Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit“, heißt das Leitwort der aktuellen Aktion.