Stein auf Stein ins Geschäft

Daniel Pohl vor dem künftigen Atelier an der Holzstraße.
Daniel Pohl vor dem künftigen Atelier an der Holzstraße.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

Wattenscheid..  Stein auf Stein setzt sich der Hügel zusammen. Grün ragt aus den Blöcken hervor, inmitten ein weißer Sisyphos, der seinen Stein am oberen Ende abgelegt hat. Der sich, frei nach der Intention von Albert Camus, verwirklicht hat, sein Glück im eigentlich Absurden fand.

Daher hat Daniel Pohl, Schöpfer des Sisyphos-Mals an der Holzstraße, auch die französischen Begriffe „heureux“ und „absurde“ in die Steine gehauen. Sein persönliches Glück will er zukünftig mit Johannes Ridder in Eppendorf finden. Zusammen gestalten sie derzeit den früheren Blumenladen am Friedhofseingang zur Galerie um.

Daniel Pohl (39) studierte nach dem Abitur Grafik-Design bei Marie Jo Lafontaine in Karlsruhe. Es folgte eine Steinmetzausbildung an der Dresdener Frauenkirche, später studierte er außerdem Geologie. In Herdecke schuf er ein weithin bekanntes Bouldergebiet mit, setzte den zu erkletternden Felsblöcken ein künstlerisches Sockel. Bodenständig soll seine Kunst sein, zum Anfassen. Sein Brotjob war bis zuletzt eine Halbtagstätigkeit für einen Steinmetz- und Grabmalbetrieb in Weitmar.

Johannes Ridder (44) kommt hingegen aus einer durch und durch künstlerischen Familie. Schon der Großvater und die Mutter waren Bildhauer, ihr Meisterstück steht im Eppendorfer Atelier. Nach seiner eigenen Meisterprüfung wollte er „noch etwas lernen“, ging dazu nach Frankreich und arbeitete an historischen Bauwerken. In Bordeaux studierte Ridder Plastische Kunst. Seine Vielseitigkeit konnte er unter Beweis stellen, als er mit dem Trickfilm „The Waterwalk“ beim „Festival d’Animation Annecy“ gefeiert wurde. Doch auch sein Lebensmodell scheint erwähnenswert. Frau und Kind leben in Bordeaux, er pendelt zwischen den Ländern. Zur Steinmetzsaison im Frühjahr und Herbst ist er regelmäßig in Deutschland.

Während Ridder die maschinellen Arbeiten in Köln ausführen wird, arbeitet Pohl per Hand in Eppendorf. Zum erweiterten Team zählen zudem zwei Holzbildhauer. Grabmale, Zeichnungen und Skizzen auf Stein sowie Kunstdrucke gehören zum Programm der neuen Galerie, die offiziell im März 2015 an den Start gehen will. Bis dahin ist manches noch zu tun. Die Werkstatt, der Garten und der Verkaufsraum wollen weiter gestaltet werden. Die Land-Art-Arbeit von Pohl, der Sisyphos vor der Galerie, soll ebenso wachsen. Wer sich ein Bild machen möchte, kann aber bereits vorbei kommen: Die Tür steht montags bis freitags (16 bis 18 Uhr) und samstags (10 bis 13 Uhr) offen.

 

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