Stadtspitze starb bei Flugzeug-Absturz

Wattenscheid.. „Wanne-Eickeler Flugzeug mit 7 Revierbürgern abgestürzt - Angeblich auch Wattenscheider OB und Oberstadtdirektor tot“ ist der Titel des Aufmachers der WAZ am Samstag, 23. Januar 1971.

Leider wird diese kurze Überschrift zur Gewissheit. Am Vortag waren der Wattenscheider Oberbürgermeister Erwin Topp, der Oberstadtdirektor Georg Schmitz und der städtische Baurat Kurt Wille zusammen mit Mitarbeitern der Wanne-Eickeler Baufirma Heitkamp nach Frankfurt aufgebrochen, um dort die Baustelle der Stadtbahn zu besichtigen. Der Rückflug am Nachmittag endet 150 m unterhalb des „Altkönigs“ im Taunus. Die Maschine zerschellt.

Der Ältestenrat der Stadt tagt am Samstag Morgen um 8 Uhr, Bürgermeister Laumann, Medizinaldirektor Dr. Stebe und Personalamtsleiter Stodollik sind auf dem Wege zur Unglücksstelle.

„Abschied von der Zukunft“ kommentiert die Wattenscheider WAZ am folgenden Montag. Die meisten Wattenscheider denken ähnlich. „Die beiden Männer rückten ins Rampenlicht, als sich Schatten über das Ruhrgebiet legten, als man von Bergbaukrise sprach und in düsteren Prognosen das Ende des Reviers voraussah.“ In den 1960er Jahren rücken beide Männer an die Spitze der SPD und Wattenscheids. Der Verwaltungsbeamte Schmitz ist zunächst Oberbürgermeister, danach Oberstadtdirektor. Der Realschuldirektor Topp engagiert sich zunächst bei der VHS. Er wird Ratsmitglied und 1968 Nachfolger von Schmitz.

In ihre Amtszeit fällt die Strukturkrise und deren Überwindung. Beide galten als „Macher“, die auch unkonventionelle Wege gingen – von der Opposition oft bemängelt, aber letztlich erfolgreich. Das Wort vom „Wunder Wattenscheid“ machte die Runde. Vier Jahre danach ist die Eingemeindung Fakt.

 
 

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