Spielend lernen

Drahtseilakt für Noel (10) und Mama Tanja Hesse (40).             Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Drahtseilakt für Noel (10) und Mama Tanja Hesse (40). Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Foto: Gero Helm

Wattenscheid.. Mit einem Spielfest sollten vora llem sozial benachteiligte Kinder aus Wattenscheid-Mitte die Grünfläche am Bußmannsweg für sich entdecken.

Zumindest in dieser Sache sind das „kleine“ Wattenscheid und das „große“ Bochum gleichberechtigt: Vier Aktionen gab es anlässlich des „Weltspieltages“, und zwei davon fanden zwischen Aschebruch und Zeppelindamm statt: Die Eröffnung des Abenteuerspielplatzes an der Hüller Straße am vergangenen Montag, 28. Mai (die WAZ berichtete), und nun ein Spielfest in der Parkanlage am Ehrenmal. Den Verantwortlichen ging es nicht nur darum, den Kindern einen schönen Nachmittag zu bereiten: Sie wollten aufmerksam machen auf das Grün am Bußmannsweg. Die Fläche am Ehrenmal soll nämlich mehr noch als bislang zu einem Treffpunkt für Kinder werden.

Schminken, Hüpfburg, Seilartistik oder Zirkusaktionen – der „Weltspieltag“ war zwar schon am Montag, trotzdem stellte „Hat Watt“, das Pilotprojekt des Progressiven Elternverbands (PEV), das sich im März gründete, aus diesem Anlass allerlei Spaßmacher-Aktivitäten zusammen. Eine Jux-Aktion war das in den Augen von Klaus Amoneit trotzdem nicht. Der Sozialarbeiter aus Hofstede ist Landesvorsitzender des PEV. Er sagt: „Viele Eltern meinen, man müsse Kindern möglichst viel Wissen reinpressen. Aber Kinder müssen auch einfach spielen dürfen.“ Spielen fördere die Kreativität. Deshalb will die Initiative den Stadtrat davon überzeugen, in problembehaftete Stadtteile wie Wattenscheid-Mitte mehr Geld zu investieren. Ähnlich wie für Querenburg, Griesenbruch oder Hamme gelte auch für das Wattenscheider Zentrum: „Die Lebenslage hier ist eine andere als etwa in Stiepel“, so Amoneit, der deshalb beispielsweise kleinere Klassen fordert.

Und weil sich die Innenstadt durch eine „soziokulturelle Benachteiligung“ und viele in Armut lebende Kinder auszeichne, komme auch der Grünfläche zwischen Bußmannsweg und Bahnhofstraße eine große Bedeutung zu. Der Park soll nach den Plänen der „Hat Watt“-Verantwortlichen aufgewertet werden. „Wir wollen in den Sommermonaten zweimal in der Woche was für Kinder bieten“, sagt Angelika Lücke, die PEV-Koordinatorin für Wattenscheid. Sie denkt an mobile Geräte, ähnlich wie beim gestrigen Spielfest. Sie habe beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Münster einen Antrag auf Projektförderung gestellt und hoffe nun auf Bewilligung und entsprechende Gelder. Für das nächste Jahr stellt sie zudem die Aufhübschung eines Bolzplatzes inmitten des Parks in Aussicht.

Die Kernforderung der „Hat Watt“-Bildungsinitiative in einem Satz: „An Kindern darf nicht gespart werden“, so Klaus Amoneit. Mehr reden will er aber nicht – „wir wollen hier“, sagt er mit Blick auf die spielenden Kinder, „keine Sprechveranstaltung draus machen.“

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