Sonnenschein blendet Alltag aus

Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

Wattenscheid.. Als Annabell Dupschik nach Wattenscheid zog, kannte sie hier fast niemanden. Die junge Frau aus Dortmund war 26, als ihr Sohn Gerome zur Welt kam – und sie hatte keine Ahnung, wo hier irgendwas ist. „Ich habe dann ein Plakat gesehen, auf dem was über das Müttercafé stand. Ich dachte: Vielleicht lernst du dort ja jemanden kennen.“ Genau so ist es dann schließlich gekommen: Dupschik hat im „Müttercafé Sonnenschein“ Freundinnen gefunden.

Die heute 30-Jährige gehörte zu den Teilnehmerinnen der ersten Stunde. Vor drei Jahren startete dieses Angebot des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer (SKFM) für Mütter mit kleinen Kindern, nun feierte das Café Geburtstag.

Der Grundgedanke ist simpel: Mütter sollen zumindest einmal in der Woche eine kleine Auszeit vom Familienstress nehmen, in Ruhe frühstücken und sich währenddessen mit anderen Müttern austauschen. Sie müssen sich um nichts kümmern: Der Tisch wird gedeckt, die Kinder können in einer Ecke spielen, und alles ist kostenlos. Petra Keuthage von der Schwangerenberatung des SKFM hat die Gruppe mit aufgebaut. Über die Geburtsstunde des Cafés sagt sie: „Viele Mütter, die ich in der Beratung kennengelernt habe, klagten über Isolation. Einige waren gerade erst aus anderen Ländern nach Wattenscheid gezogen.“ Der Standort am Frankenweg ist mit Bedacht gewählt, denn gerade im „Germanenviertel“ leben bekanntlich viele Zugezogene.

Da aus dem „Experiment“ Müttercafé eine gut frequentierte Dauereinrichtung geworden ist, will der SKFM das Konzept nun auf andere Stadtteile ausdehnen: Schon diesen Sommer soll in den Räumen der „Mini-Ini“ an der Hochstraße ein Innenstadt-Ableger des Müttercafés eröffnen. Der Frühstücks-Zirkel im Jugendtreff am Frankenweg findet immer mittwochs zwischen 10 und 11.30 Uhr statt. Weitere Informationen zum Thema gibt es unter der Rufnummer 965 84 63.

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