Schüler streichen Stromstation

Christopher Becker
Der Profi-Künstler Stefan Vogt (rechts) peppt mit dem Märkischen Schüler Nils Wurmes das Trafohäuschen am Paßweg auf. Foto: Karl Gatzmanga
Der Profi-Künstler Stefan Vogt (rechts) peppt mit dem Märkischen Schüler Nils Wurmes das Trafohäuschen am Paßweg auf. Foto: Karl Gatzmanga
Foto: WAZ FotoPool
Zusammen mit den Graffiti-Künstlern Simon Horn und Stefan Vogt besprühen Jugendliche der Märkischen Schule Trafohäuschen der Stadtwerke mit einem anspruchsvollen Design. Mit dem Projekt hofft der Stromversorger, weiteren Bekritzelungen vorzubeugen.

Wattenscheid. Wo man hinschaut sind sie da: Die hässlichen Schmierereien an den Wänden, Tunneln, S-Bahnen und auch an den Stromstationen der Stadtwerke. Doch das Unternehmen geht jetzt in der Hellwegstadt kreativ gegen wilde Sprayer vor. Zusammen mit den Graffiti-Künstlern Simon Horn und Stefan Vogt besprühen Jugendliche der Märkischen Schule die Trafohäuschen mit einem anspruchsvollen Design. Mit diesem Projekt hofft der Stromversorger, weiteren Bekritzelungen vorzubeugen.

„In aller Regelmäßigkeit werden unsere Strom- und Gasstationen mit wilden Graffiti beschmiert, die dann aufwendig gereinigt und gestrichen werden müssen. Bis zu 5000 Euro sind pro Station fällig. Und der frische Anstrich ist leider meist nicht von langer Dauer“, benennt Stadtwerke-Sprecher Thomas Schönberg das optische und finanzielle Problem.

Hoffnung auf langfristige Ruhe

Mit der Umgestaltung verbindet Schönberg die Hoffnung auf langfristige Ruhe: „Durch das anspruchsvolle Fassaden-Design möchten wir die grauen Betonwände lebendig gestalten und gleichzeitig den wilden Sprayern zuvorkommen, denn professionelle Arbeiten werden in der Szene respektiert und nicht übersprüht.“

Kunstlehrer Christian Gode war sofort aus anderen Motiven davon begeistert, mit seinen Schülern dem Unternehmen helfen zu können. „Wir machen sowieso gerade Graffiti im Unterricht. Nur auf dem Papier kommt das ja gar nicht so rüber. Von daher passte das sehr gut ins Konzept“, freut er sich über den Praxisbezug.

Mit der Station am Paßweg hinter der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule haben die erlaubten Sprayarbeiten jetzt begonnen, natürlich nicht ohne vorher geprobt zu haben. „Wir haben an der Saarlandstraße noch die alte Baracke, da konnten sich die Jugendlichen erst austoben. Die Profis waren dazu bei uns und haben Work-Shops gestaltet.“

Wobei die Designer auch in Aktion die Feinarbeiten erledigen. Und mit ihren Bildern aktuelle Themen aufgreifen: Das Graffiti-Motiv mit Rapsfeldern und Windrädern rund um die Stromstation könnte vielleicht auch für das Unternehmen selbst ein Wink mit dem Zaunpfahl sein.