Schüler diskutieren mit Politikern über die EU

Philipp Rentsch
Die Podiumsrunde an der Schule.
Die Podiumsrunde an der Schule.
Foto: Privat

Wattenscheid.  Die Zukunft der EU war Thema einer Podiumsdiskussion in der Hellweg-Schule. Die Landtagsabgeordneten Christian Haardt (CDU) und Serdar Yüksel (SPD) waren der Einladung von Heinz Gockel ebenso gefolgt wie die Sprecherin des Kreisverbandes von Bündnis 90/ Die Grünen, Ditte Gurack.

Vor allem in dieser Woche bot sich die Diskussion besonders an: Denn die Hellweg-Schule begrüßt im Rahmen des Austauschprojekts „Comenius“ Gäste aus dem europäischen Ausland - u.a. aus Polen. Veranstaltungen wie diese, so Politik-Lehrer Gockel, seien wichtig, um Schüler „an das Thema Europa heranzuführen und damit den Unterricht im Fach Politik anschaulich zu ergänzen.“ Trotz gegensätzlicher Auffassungen finden die drei Politiker relativ schnell eine gemeinsame Position zumindest im Hinblick auf die künftige EU-Ausgestaltung: „Die EU umfasst rund eine halbe Milliarde Menschen; sie ist der stärkste Wirtschaftsraum der Welt“, so Yüksel. Sie müsse deshalb die Wettbewerbsfähigkeit ausbauen, um gegenüber aufstrebenden Nationen konkurrenzfähig zu bleiben. „Wer die Aufnahmekriterien erfüllt, der kann perspektivisch ein neues Mitglied werden“, erklärt auch Haardt.

Klare Regeln gefordert

Was auch die Schüler brennend interessiert: „Kann man Griechenland nicht einfach aus der Euro-Zone werfen? Scheitert die gemeinsame Währung?“ Yüksel: „Der Euro zerfällt nicht. Europa ist auch viel mehr als der Euro. Junge Leute kennen viele Grenzen und Einschränkungen, die es früher noch gab, heute gar nicht mehr.“ Er betont aber auch, dass es nach dem „Casino-Kapitalismus“, den einige Banken betrieben hätten, nun endlich „klare Regeln“ folgen müssten.

„Wir können Griechenland nicht einfach aus der EU oder der Euro-Zone werfen“, sagt Haardt und erntet Zustimmung von Yüksel und Gurack: „Das wäre unsolidarisch und ein fatales Signal. Wir brauchen endlich eine Wachstumsstrategie in derartigen Ländern, um Armut, Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung einzuschränken. Wir haben uns bislang mit viel Geld nur wenig Zeit erkauft.“

Und trotz der Bedenken von Schülerseite ist zum Schluss schnell klar: Die Politiker verdeutlichten die Zukunftsfähigkeit und Bedeutung der EU, ohne ihre Probleme zu verschweigen. Lehrer Heinz Gockel: „Es war eine gute Erfahrung, dass die Politiker eigens für die Jugendlichen ,zum Anfassen’ kamen und Rede und Antwort standen.“