Rückenwind für Grundschulen

Ralf Drews
Das Thema Grundschulstandorte steht im Blickpunkt.
Das Thema Grundschulstandorte steht im Blickpunkt.
Foto: WAZ FotoPool

Wattenscheid.  Für intensive Diskussionen vor zahlreichen Besuchern sorgte das Thema Grundschul-Schließungen am Dienstag in der Bezirksvertretung. Einheitlich war die Meinung der Fraktionen nur bei einem Standort: Der Teilstandort Roon-straße solle nicht geschlossen werden. Andere Schulen seien viel zu weit entfernt, außerdem sei die Schule wichtig für das Wohnquartier Südfeldmark.

Auch die von der Schulverwaltung vorgeschlagene Schließung der Grundschule Bertramstraße – ein unter Eltern besonders hitzig diskutiertes Thema – fand keine Mehrheit, hier war aber die Meinung gespalten. CDU und UWG, die die Mehrheit in der Bezirksvertretung stellen, sind für den Erhalt dieser Schule. Kurze Wege seien für die Kinder wichtig, die Lage und Einbindung der Schule im Ortskern Leithe sei unverzichtbar, betonten Bodo Schmalstieg (UWG) und Reinhold Hundrieser (CDU). Der Standort Schulstraße könne ja als Dependance weitergeführt werden. Anders votierten SPD, Grüne und Linke, die in Leithe den Standort Schulstraße favorisieren. „Eine schwierige Entscheidung, die wir treffen müssen. Aber die Schulstraße bietet bessere räumliche Entwicklungsmöglichkeiten“, so Manfred Molszich (SPD) und Olaf Krause (Grüne).

Meinungen gehen auseinander

Die Meinungen der Bezirkspolitiker gingen auch beim Blick nach Eppendorf auseinander. CDU, UWG und Linke lehnten die Schließung des Standorts Ruhrstraße 30 ab – dies schlägt die Verwaltung im Schulentwicklungsplan-Entwurf vor und favorisiert die Dietrich-Bonhoeffer-Schule an der Ruhrstraße 150. „Die Schule gehört ins Dorf, kurze Wege sind wichtig, und die Schülerzahlen an der Ruhrstraße 30 reichen für eine solide Zweizügigkeit“, so Bodo Schmalstieg. Auch hier waren SPD und Grüne anderer Meinung und sprachen sich für die Aufgabe des Standortes Ruhrstraße 30 aus. „Die Grundschule an der Ruhrstraße 150 verfügt über bessere räumliche Möglichkeiten“, so Molszich.

Schulverwaltungsamtsleiter Ulrich Wicking erklärte, dass angesichts sinkender Schülerzahlen, Lehrerversorgung und leerer Stadtkasse einige Schulstandorte geschlossen werden müssten.

Das Votum der Bezirksvertretung hat lediglich empfehlenden Charakter. Klaus-Peter Hülder (UWG): „Ich gehe davon aus, dass Rat und Schulausschuss in Mehrheit akzeptieren, dass eine Entscheidung gegen das Votum der Bezirksvertretungen politisch nicht akzeptabel ist.“ Allerdings sickerte gestern bereits durch, dass sich die SPD-Ratsfraktion gegen den Standort Bertramstraße ausspricht. Der Schulausschuss befasst sich am Mittwoch mit dem Thema, der Stadtrat am Donnerstag.