Polizei wirbt für Zusammenarbeit

Überfall auf eine Spielhalle (Symbolbild): Aufgrund des auffälligen Verhaltens, hat die Polizei eine Chance, den Räuber zu erwischen. Wenn sie denn früh genug informiert worden ist.Foto:Arne Poll
Überfall auf eine Spielhalle (Symbolbild): Aufgrund des auffälligen Verhaltens, hat die Polizei eine Chance, den Räuber zu erwischen. Wenn sie denn früh genug informiert worden ist.Foto:Arne Poll
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Bürger, die Zeugen einer Straftat werden oder den Verdacht auf eine kriminelle Handlung haben, sollen sofort die 110 wählen. Hingucken statt Wegschauen

Ein ganz typischer Fall: Der Nachbar hört ungewöhnliche Geräusche aus dem Nebenhaus. Er will helfen, versucht die Einbrecher zu erschrecken, abzuwehren. „Gut gemeint: aber falsch!“, sagt Uwe Danz, Chef der Wattenscheider Polizeiwache. „Immer sofort die 110 wählen, die Polizei rufen. Dann haben wir eine Chance, den oder die Täter zu erwischen.“ Genau dieser Fall hat sich so in der Nacht – gegen 4 Uhr – auf den gestrigen Montag an der Parkallee in Günnigfeld ereignet (siehe nebenstehende Meldung). Danz: „Die Bürger, in diesem Fall die Nachbarn, meinen es gut. Aber sie erreichen das Gegenteil. Die Einbrecher sind gewarnt, verschwinden, ob mit oder ohne Beute.“ Würde sofort die Polizei informiert, eruiere die Streifenwagenbesatzung schon bei der Anfahrt zum Tatort, welche Menschen oder Fahrzeuge dort auffällig wirken.

Klare Prioritätenliste

Uwe Danz und auch seine Kollegein Barabara Solf, Kriminalprävention und Opferschutz bei der Polizei Bochum, bitten die Bürger um Zusammenarbeit. Barbara Solf: „Immer die 110 wählen, lieber ein Mal zu viel, als ein Mal zu wenig.“ Sie stellt klar, dass auch, wenn die Polizei umsonst ausrücken muss, dies keine Nachteile für den Anrufer hat. „Die 110 funktioniert auch kostenlos vom Handy.“

Noch ein Negativbeispiel: Der Wache wurde gemeldet, dass eine auffällige Person in einer Bank-Filiale beobachtet worden sei. Die Zeugin konnte die Person sogar beschreiben. Erklärt aber dann, dass sie die Person am Vortag gesehen habe. Zu spät.

Danz erklärt den Ablauf: „Der Anruf geht zentral bei der Polizei Bochum ein, die dort von der Leitstelle aus die Meldung weitergibt in die Bezirke: für Wattenscheid zur Polizeiwache West.

Ein positives Beispiel: Vor einiger Zeit hätten zwei zehnjährige Mädchen auf der Bochumer Straße gesehen, wie einer älteren Dame die Handtasche geraubt worden sei. Danz: „Ein Mädchen hat per Handy sofort die Polizei gerufen, die andere ein Foto vom Täter gemacht. Wir haben die Räuber geschnappt.“ Je eher die Polizei alarmiert werde, um so höher sei der Fahndungserfolg. Barbara Solf: „Wichtig ist, dass die Menschen hingucken und nicht denken, es wird sich schon jemand kümmern. Untätig sein ist unterlassene Hilfeleistung.“ Danz erklärt die Einsatz-Prioritätenliste: „Oben stehen Gesundheit, Leben. Etwa beim Einbruch, bei dem der Verdacht besteht, dass der Täter sich noch im Haus oder der Wohnung aufhält.“

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