Polizei hat bequeme Auto-Fahrer im Visier

Ellen Wiederstein
Das Halten und Parken auf Geh- und Radwegen ist auch am S-Bahnhof Höntrop ein Problem.Foto:Walter Fischer
Das Halten und Parken auf Geh- und Radwegen ist auch am S-Bahnhof Höntrop ein Problem.Foto:Walter Fischer
Foto: Fischer
Polizei WAT kontrolliert an verschiedenen Orten das Halte- und Parkverhalten. S-Bahnhof Höntrop ist ein Paradebeispiel. Weitere Aktionen folgen

Der Autofahrer ist gerne mal bequem. Er oder auch sie hält auf Geh- oder Fahrradwegen. Das ärgert die Fußgänger, die Radfahrer. Die Polizei nimmt derzeit das Halte- und Parkverhalten genauer unter die Lupe. So etwa gestern Morgen gegen 7.30 Uhr im Bereich S-Bahnhof Höntrop, Höntroper Straße. Uwe Danz, Chef der Wache Wattenscheid, war mit zwei Kollegen vor Ort. Danz im Gespräch mit der WAZ: „Klar, wenn die Polizei da ist, ist alles ruhig und friedlich.“ So konnten die Beamten gestern in der Frühe kaum Park- und Haltesünder ausmachen.

Den Standort S-Bahnhof übrigens hatte die Polizei aufgrund von Beschwerden aus der Bürgerschaft gewählt, teilt Danz weiter mit. Und: „Damit ist die Aktion nicht beendet. Im Gegenteil.“ Radfahrer hätten in Wattenscheid sowieso das Nachsehen, da es hier nicht viele Radwege gebe. Ärgerlich sei zudem, dass Passanten etwa in der Fußgängerzone von Auto- oder Lkw-Fahrern, die durch die Geschäftsstraße fahren, behindert oder zumindest gestört würden. Auch Radfahrer müssen hier absteigen und schieben.

Auch der Stadt Hinweise geben

„Das Parken auf Geh- oder Radwegen ist verboten“, so Wachen-Chef Danz. „Verstöße werden mit einem Bußgeld von 15 bis 35 Euro belegt. Alle Verkehrsteilnehmer sind grundsätzlich gleichberechtigt. Wer sein Fahrzeug regelwidrig auf einem Geh- oder Radweg abstellt, nimmt seinen eigenen Vorteil, aber den Nachteil anderer in Kauf.“ Fahrradfahrer oder Fußgänger, die den Falschparkern ausweichen müssen, können so gefährdet werden. „Fußgänger und Radfahrer gehören zu den ,schwachen’ Verkehrsteilnehmern; kein Airbag schützt beim Zusammenstoß, kein Dach vor Regen und Kälte,“ so Danz. Seien sie dann noch mit Rollator, Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs, benötigen Fußgänger in der Breite fast genauso viel Platz wie ein kleines Auto.

Würden die zugewiesenen Verkehrsflächen (Rad- und Fußwege) durch Pkw und Lkw benutzt, erhöhen sich die individuellen Gefahren erheblich. In der Regel müssten Fußgänger und Radfahrer ungeschützt auf die Fahrbahn ausweichen. Da die Zahl der verletzten und getöteten Fußgänger und Radfahrer trotz rückläufiger Unfallzahlen auch in Bochum stetig steige, habe die Polizei bei diesen Verstößen ein besonderes Augenmerk auf diese „starken“ Autofahrer, verbunden mit dem Auftrag, „dieses schädliche Verhalten durch den Griff ins Portemonnaie zu minimieren.“ In aller Regel befänden sich im Umkreis von wenigen Metern Kfz-Stellflächen und Parkplätze. Laut Danz, will die Polizei gemeinsam mit Radfahrern der Stadt einmal Hinweise geben, wo Radwege ratsam wären.