Pestalozzis erleben Zeitgeschichte

Jakob Odinius liest in der Pestalozzi Realschule Wattenscheid aus dem Buch des Holocaustüberlebenden Solly Ganor.
Jakob Odinius liest in der Pestalozzi Realschule Wattenscheid aus dem Buch des Holocaustüberlebenden Solly Ganor.
Foto: WAZ FotoPool

Wattenscheid.. Sehen beeindruckt, hören auch. So begann Jakob Odinius seine Erzählungen über den Holocaustüberlebenden Solly Ganor mit einem Ausschnitt aus Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“. 120 Neuner-Schüler/innen der Pestalozzi-Realschule erlebten gestern Zeitgeschichte pur. Damit machte die deutschlandweite Bildungsinitiative „Das andere Leben“ auch Halt in der Realschule.

Jakob Odinius, Träger des Bundesverdienstkreuzes, erzählt für seinen Freund Solly Ganor, heute 85 Jahre alt und reist nicht mehr gern. Aber es sei seine Herzensangelegenheit, Jugendlichen die Geschichte verständlich zu machen. Solly, der als 13-Jähriger erlebt, wie die deutschen Truppen im Sommer 1941 in seine Heimatstadt Kaunas/Litauen einfallen, verliert von einem auf den anderen Tag seine Kindheit. Er wird mit seiner Familie ins Ghetto getrieben, muss zusehen, wie Freunde und Verwandte bei zahlreichen „Aktionen“ der Machthaber zur Vernichtung selektiert oder auf der Stelle ermordet werden. 1944 wird das Ghetto aufgelöst und Solly mit seinem Vater in ein Außenlager des KZ Dachau deportiert. Vor den anrückenden Alliierten wird er mit den wenigen überlebenden Häftlingen auf einem der berüchtigten Todesmärsche in Richtung Alpen getrieben. Im Mai 1945 erfolgt die Befreiung durch amerikanische Soldaten.

Diese Geschichte bewegt die Realschüler. Odinius wiederum ist beeindruckt von ihren intensiven Fragen.

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