Orientierung online

Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

Wattenscheid.. Vor gut einem Jahr erhielten Gläubige erstmals den päpstlichen Segen per Mausklick. Über den Kurznachrichtendienst „Twitter“ zwitscherte Papst Benedikt seine Grüße in die Welt des Internets. Doch ist der Vatikan nicht Wattenscheid. Die Kirche vor Ort ist längst noch nicht entsprechend im globalen Netz angekommen.

In der Gemeinde St. Maria Magdalena hat man das Problem erkannt. Seit einigen Monaten sind die Höntroper bereits mit einer professionellen Website am Start, die nicht nur das nächste Kaffeetrinken ankündigt, sondern strukturell ins Gemeindeleben einführt.

Nun hat die Gruppe weiter Zeit und Arbeit in den Internetauftritt investiert, bietet eine virtuelle Führung durch das Gotteshaus am Wattenscheider Hellweg an – einen Gang durch die Kirche, ohne die eigenen vier Wände zu verlassen. „Es gibt in dieser Kirche Gegenstände aus verschiedenen Epochen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Diese jedoch zusammenzuführen, ist spannend“, schildert Tim Wollenhaupt, der als Fotograf gemeinsam mit Kirchenführerin Sigrid Haß die Konzeption der digitalen Besichtigung erarbeitet hat.

Rundgang und Zeitreise

Und so geht’s: Wer die Seite der Gemeinde im Internet aufruft, findet unter „Impressionen“ die Zeitreise durch die Geschichte von St. Maria Magdalena. Die Online-Kirchenführung hält Erläuterungen bereit, u.a. über den Eingangsbereich, die Orgel, den Altarraum, das Taufbecken und mehr. „Viele ältere Menschen, Zeitzeugen, leben ja auch noch. Von daher wollten wir das Projekt zu diesem Zeitpunkt umsetzen, um Details aus erster Hand ergänzen zu können“, erklärt Haß.

Die Rubrik ist ausführlich gestaltet, stellt Zusammenhänge klar. Für Gemeindereferentin Gertrude Knepper und Pastor Dietmar Schmidt geht es im Netz um mehr als nur einen schnellen Überblick. „Welche Pastoral trägt diese Gemeinde? Was kann daraus erwachsen und entstehen?“, seien Leitfragen des Auftritts. Antworten über Sinn und Zweck der Taufe, Inhaltliches zur Erstkommunion, zur Hochzeit aber auch zur Beerdigung sind unter dem Stichwort „Stationen im Leben“ zu finden. Die Kirche bemühe sich um „Orientierung“, real und virtuell.

Katharina und David Knepper haben das Projekt technisch umgesetzt. Auch die beiden Webmaster haben viel Mühe investiert, um das Angebot ansprechend zu gestalten: „Täglich wird die Seite von fast 50 Nutzern aufgerufen, die meisten kommen über Suchmaschinen. Das Bedürfnis nach tiefgründigen Informationen ist da.“

 
 

EURE FAVORITEN