Motto: Geschichte hautnah erleben

Die Pilgerstrecke Jakobsweg führt über den Wattenscheider Hellweg, hier Heinz-Werner Kessler mit einer Hinweis-Plakette vor der Pilgerkapelle St. Bartholomäus.
Die Pilgerstrecke Jakobsweg führt über den Wattenscheider Hellweg, hier Heinz-Werner Kessler mit einer Hinweis-Plakette vor der Pilgerkapelle St. Bartholomäus.
Foto: SCHILD, Thomas

Fast sechs Jahre lang hat Heinz-Werner Kessler als Vorsitzender die Geschicke des Heimat- und Bürgervereins Wattenscheid geleitet – und dabei (nicht nur in lokaler) Hinsicht Akzente gesetzt wie Förderung des Denkmalschutzes, des Europagedankens und der Völkerverständigung. Aus gesundheitlichen Gründen hat er das Amt niedergelegt.

Das Herz machte plötzlich Probleme, zu Hause, völlig unerwartet. Er hatte Glück, seine Frau war bei ihm, sorgte sofort für Hilfe. Heinz-Werner Kessler hat zum Glück alles gut überstanden, wartet jetzt auf die Reha.

„Für mich war das ein Einschnitt“, sagt der 67-Jährige, früher Lehrer an der Märkischen Schule. Und der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Er will weiterhin im Heimat- und Bürgerverein aktiv sein, allerdings dosiert und nicht in leitender Funktion. Auf Familie und Freizeit liegt nun der Schwerpunkt.

Besonderen Wert hatte er als HBV-Vorsitzender auf mehrere Bereiche gelegt. Da war zum einen der Denkmalschutz. „Hier müssen die Stadt und die übergeordneten Behörden viel mehr tun“, merkt er rückblickend an. Von der Wattenscheider Altstadt ist nicht mehr viel übrig geblieben. Was ihn zuletzt mächtig ärgerte, war der jahrelange Verfall und schließliche Abriss des alten Fachwerkhauses in der Gertrudisstraße. Viel zu lange hätten die Behörden nur zugeschaut. „Nicht nur aus historischer Sicht ein Sündenfall.“

Von Europa bis Heimatmuseum

Am Herzen lag (und liegt) ihm außerdem die Förderung des Europagedankens. Der Austausch mit der Partnergemeinde Nivelles in Belgien war ihm stets wichtig, viele der alljährlichen Fahrten dorthin hat er mitgemacht. Nur zuletzt musste er aus gesundheitlichen Gründen passen. Mit dem Ersten Weltkrieg und der Aussöhnung mit Frankreich hat er sich ebenfalls intensiv befasst, auch in seiner Funktion als Lehrer.

Die Erinnerung an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und den Holocaust wachzuhalten, war ihm zudem wichtig. An den Gedenkfeiern zur Pogromnacht hat Kessler aktiv teilgenommen, die Gedenkstätte mit den Stelen am Nivelles-Platz gemeinsam mit Hannes Bienert gestaltet.

Ein weiterer Schwerpunkt: der Jakobsweg. Mit vielen Aktivitäten machte er ihn hier vor Ort bekannt, ob mit dem Pilgerstab in der Hand am Hellweg oder in zahlreichen Vorträgen. Den Jakobsweg hat er auch in Spanien und Frankreich kennengelernt, war mehrmals in Santiago de Compostela.

Engagiert hat sich Heinz-Werner Kessler auch für das Heimatmuseum Helfs Hof in Sevinghausen mit seinen zahlreichen Exponaten zur WAT-Geschichte. Oder für die Wattenscheider Bergbaugeschichte, zu der besonders der Wanderweg in Höntrop und Eppendorf vielfältige Informationen bereit hält.

Dabei alle Generationen, Jung und Alt, anzusprechen, das ist ihm sehr wichtig. „Vor allem in der lokalen Historie kann man Geschichte hautnah erleben.“

 
 

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