Meisterklassen stellen aus

Die Künstler der Meisterklassen eingerahmt von der Institutsleitung und Dozent Thorsten Lehmann (r.).
Die Künstler der Meisterklassen eingerahmt von der Institutsleitung und Dozent Thorsten Lehmann (r.).
Foto: Funke Foto Services
81. Ausstellung im Kunst- und Galeriehaus „übrigens... 9 hoch 2“ eröffnet mit großem Andrang. Malerei als bestimmendes Element, 25 Schüler/innen von Dizent Throsten Lehmann sind beteiligt.

Wattenscheid..  15 Jahre ist es her, dass eine Ausstellung der Meisterklasse von Prof. Dr. Qi Yang den erfolgreichen Grundstein legte und das Kunst- und Galeriehaus eröffnete. In bester Tradition setzt nun die aktuelle Werkschau den im September 2001 begonnenen Weg samt eigenen Ansprüchen des Instituts für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie (IBKK) sowie des Kunstkreises Wattenscheid e.V. fort: „übrigens... 9²“ stellt Malereien unterschiedlicher Techniken sowie Grafiken, Illustrationen und Skulpturen zweier Meisterklassen von Thorsten Lehmann vor.

Bei 25 beteiligten Künstlern und 59 Werken entfaltet sich naturgemäß Vielfalt. Herangehensweise und Kombinationen verschiedener Stilelemente und Thematiken transportieren die Persönlichkeiten der Schüler über die Leinwände zum Betrachter. So widmet sich Daniela Seibelt der Architektur, bildet mit Tusche und düsterer Gestaltungsform u.a. eine Hochstraße mit schwungvoller Fahrbahnführung ab und nimmt eine Propsteikirche in den Blick. Das reale Vorbild ihrer Arbeiten: Halle (Saale).

Titel als Teil des Werkes

„Figuratives“ bestimmt die Kunst von Edeltraud Beurskens: „Auch wenn ich intuitiv beginne, entsteht meist eine Person oder ein Gesicht, verbunden mit einem bestimmten Gefühl.“ Der Titel ihrer Acrylmalerei „beleuchtet“ dabei die Ursprünge eines beklemmend surrealen Antlitzes, augenscheinlich durch konträre Farbgestaltung in zwei Hälften geteilt: „Schlaganfall“.

Die Beispiele verdeutlichen ein Ziel, dass den Meisterklassen zugrunde liegt, erklärt Kunsthistoriker und stellv. Institutsleiter Dr. Bernd A. Gülker: „Es geht um das Entwickeln von Originalität. In der heutigen Zeit beschränkt sich das nicht mehr gänzlich auf ein Medium.“ So können u.a. Skulpturen, Fotografien, Bildhauerei und Illustrationen ein komplettierender Teil der Malerei werden, „um die eigene Kunst zu realisieren.“ Der Beweis baumelt am Galgenstrick von der Decke des Kunst- und Galeriehauses in der Lohrheidestraße 57; die Werkschau beschränkt sich nicht einzig auf (Lein-)Wände.

Vielschichtig und mit Oberflächenstrukturen kommt das Schaffen von Susanne Müller daher. Mit Arbeiten wie „Stadtwelten III“ (Acryl) möchte die Künstlerin aus Wuppertal „Widersprüche moderner Großstädte durch Kontraste und Farben abstrahieren. Durch mehrere Schichten erzeuge ich Tiefenwirkung, um so die Enge und Anonymität aber auch das pulsierende Leben darzustellen.“

Verfremden und Neues schaffen

Um „Verfremdung“ geht es Müller bei „Baumfroschvariation“: „Ich habe mich von Olivenbäumen im Süden inspirieren lassen. In der vielfältigen Struktur sehe ich häufig Gesichter oder Wesen.“ Indem sie bestimmte Linien betont und abhebt, entsteht während des Prozesses etwas Neues, dass ursprünglich oftmals nicht geplant sei.

 
 

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