Lyrik in Rock-Sounds verpackt

C.A.P. sind Uli West, Stephan Grzesiak und Walter Höhler-Bartel (v.l.).Foto:C.A.P.
C.A.P. sind Uli West, Stephan Grzesiak und Walter Höhler-Bartel (v.l.).Foto:C.A.P.
Band-Projekt C.A.P. besteht aus Uli West, Stephan Grzesiak und Walter Höhler-Bartel. Musiker geben Kästner, Brecht, Nietzsche oder Goethe neue Töne

Erich Kästner, Wolfgang Borchert, Friedrich Nietzsche, Berthold Brecht oder auch Johann Wolfgang von Goethe – alle diese Literaten füllen nicht nur die heimischen Bücherregale oder quälen die Schüler im Deutschunterricht. Sie geben zudem feines Textgut her, dass sich auch vertonen lässt. Nun bei Brecht fällt einem sofort die Moritat von Mackie Messer ein. Aber dann....?

Ganz neue oder zumindest andere Töne schlagen die drei Wattenscheider Musiker Uli West („Herr Meier“), Stephan Grzesiak (u. a. „Singing Sound“) und Walter Höhler-Bartel (u.a. „Nitty Gritty“) an. Initiator Uli West (52) hatte schon als Schüler begonnen, zu seinen eigenen Pop-Kompositionen Gedichte zu singen. „Ich wollte immer schon Lieder schreiben“, sagt er, „aber das Talent fürs Schreiben von Texten habe ich nun mal nicht geerbt…“ So fing er an, Gedichte als Texte seiner Kompositionen zu verarbeiten. Vor fünf Jahren kam ihm die Idee mit den Lyrikliedern erneut. Und jetzt setzte er sie um.

Herausgekommen ist die Compact-Disc mit 14 Titeln unter dem Namen Lyriklieder – C.A.P. (Nachname von Wests Gattin Martina). West beschreibt die Produktion als „ebenso ungewöhnliches wie interessantes Klangexperiment“.

Spagat zwischen Poesie und Rock

Anfang 2014 trafen die drei Musiker eher zufällig aufeinander – wie das bei Musikern so ist. Das Thema „Lyriklieder-Projekt“ kam zur Sprache. Uli West (Klavier/Fagott)) konnte bereits zehn Kompositionen – per Keyboard eingespielt – vorlegen. Dann ging’s ins Kellerstudio und per Gitarre wurde Hand an die Stücke angelegt und die Songs verrockt. „Ich kannte die Gedichte, die zu den Liedern gehören sollten. Doch für mich waren die Songs gute Popnummern, denen ich per Gitarre einen rockigen, groovigen Sound geben konnte“, meint Gitarrist Walter Höhler-Bartel. Stephan Grzesiak (Gesang) war skeptischer: „Den Spagat zwischen Poesie und Rock fand ich zunächst sehr gewagt und wusste nicht genau, wie das zusammen passen kann.“

Umso erstaunter waren die drei Musiker darüber, wie sich das Projekt plötzlich entwickelte. Schon während sie im Studio arbeiteten, wurde das erste Lied – nach einem Gedicht von Erich Kästner: „Herbst auf der ganzen Linie“ – auf der Facebook-Seite „Lyriklieder“ veröffentlicht.

Jetzt, ziemlich genau ein Jahr später, ist aus dem Projekt tatsächlich eine CD geworden. Zu haben ist das Werk unter „info@ulrich-west.de“ zum Preis von 15 Euro (incl. Versand). Mehr zu hören und auch zu sehen gibt es zudem auf Facebook unter www.facebook.com/Lyriklieder

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