Lösung für Förderturm gesucht

Werner Ollbrink hatte bereits 2008 Pläne für den Holland-Turm.
Werner Ollbrink hatte bereits 2008 Pläne für den Holland-Turm.
Foto: Klaus Micke/WAZ

Wattenscheid..  Auch der Wattenscheider Unternehmer Werner Ollbrink, der den Zeche Holland-Förderturm und die darum liegende Fläche nach der Sanierung neu nutzen wollte, war überrascht von der Nachricht, dass es massive Probleme bei der Sanierung gibt und ein Abriss des maroden Förderturms droht.

Er wundert sich ebenfalls, warum die Beschaffenheitsprüfung nicht schon früher erfolgte. „Die technischen Realitäten, und an denen führt kein Weg vorbei, stellen alle Beteiligten jetzt vor eine neue Situation.“ Ein Gutachten kommt wie berichtet zu dem Schluss, dass der denkmalgeschützte Stahlkoloss in einem sehr schlechten Zustand ist und zudem Nachfüllarbeiten beim Schacht erfolgen müssen, um für ein solides Fundament zu sorgen. Die Sanierungskosten lägen damit viel höher als erwartet – spekuliert wird über 3 bis 4 Mio Euro. Das Land hat vor zwei Jahren Fördermittel von 1,3 Mio Euro zugesagt.

Hohe Sanierungskosten

Die Pläne von Werner Ollbrink sahen vor, dass eine Stiftung den 50-Meter-Turm nach der Sanierung übernimmt, dort eine Aussichtsplattform installiert wird und auch Events am Turm stattfinden können. Rund ums Stahlgerüst plante er den Neubau eines Bürozentrums. Die Realisierung scheint jetzt so nicht mehr möglich. Ollbrink hofft nun, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und überlegen, was jetzt passieren kann, welcher Aufwand nötig ist und welche Alternativen realistisch sind. „Nach den Schuldigen zu suchen, bringt nicht mehr viel.“ Sein Herz hänge zwar am Turm, der ein Wattenscheider Wahrzeichen sei. „Doch an den technischen und sicherheitsrelevanten Realitäten kommt man jetzt nicht vorbei.“ Vielleicht könne man den Standort als Art Museum nutzen und darauf verzichten, den Turm besteigbar zu machen.

Die städtische Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) als derzeitiger Turmbesitzer will angeblich den Kauf von der NRW Urban (ehemalige Landesentwicklungsgesellschaft LEG) rückabwickeln.

Der drohende Abriss des Förderturms und Lösungswege werden auch auf Facebook intensiv diskutiert (www.facebook.com/groups/wattenscheid/). Tenor: Das WAT-Wahrzeichen gelte es zu erhalten. „Hier gibt es eine Perspektive, man könnte einen Touristenmagnet daraus machen“, heißt es zum Beispiel. Ein anderer schreibt: „Der Treppenaufgang zur Seilscheibenbühne ist durchgerostet, an manchen Stellen muss man am Geländer vorbei klettern. Seit 1983 ist der Turm sich selbst überlassen, selbst als ich 2001 dort oben war, zeigte er schon marode Stellen, es ist zu lange gewartet worden. Allerdings gibt es Möglichkeiten wie bei Schacht Zollverein 10 in Essen-Schonnebeck, dort wurde im Schachtgerüst eine Betonsäule eingegossen, wo auch der neue Treppenaufgang angebracht wurde.“

 
 

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