Lärm und Brandschutz prüfen

Die Kirmes auf de Alten Markt, ein Foto aus dem Jahr 2010.
Die Kirmes auf de Alten Markt, ein Foto aus dem Jahr 2010.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
WAZ-Umfrage: Bezirkspolitiker sehen auch künftig die Kirmes in der Innenstadt. Doch müssen die Belange der Anwohner am Alten Markt berücksichtigt werden

Den Kirmes-Standort am Alten Markt, bzw. die Auswirkungen der Kirmes, beklagen einige Anwohner und Geschäftsleute und haben sich in einem Schreiben an die Oberbürgermeisterin gewandt (WAZ berichtete). Sie müssten unzumutbaren Lärm, oftmals beim Abbau, bis in die Nacht hinein, und auch Pöbeleien angetrunkener Besucher ertragen. Das Anliegen sei der Stadt bekannt, so Pressesprecher Oliver Trappe. Jetzt soll es einen Ortstermin geben. Ordnungs-, Umwelt- und Grünflächenamt, Bezirksverwaltungsstelle WAT, Bochum-Marketing und Polizei würden sich über das Thema austauschen. Das Ergebnis wird der Bezirksvertretung Wattenscheid vorgelegt.

Die WAZ hat im Vorfeld bei Bezirksvertretern nachgehört, die eigene, persönliche Meinung erfragt. Wolfgang Schick (SPD) sagt: „Wir haben damals im Bezirk einstimmig beschlossen, dass die Kirmes in die Innenstadt zieht.“ Die Veranstaltung werde gut angenommen und „wo soll sie denn sonst hin?“ Er persönlich sei dafür, dass die Kirmes in der City bleibe und nicht auf die grüne Wiese ziehe. „Dann ist die Kirmes tot.“ Aber: Es sei zu überprüfen, ob und welche ordnungsrechtlichen Maßnahmen ergriffen werden können, um den Lärm zu mindern oder den Brandschutz zu sichern. Dass müsse von den Ämtern und Behörden untersucht werden.

Klaus-Peter Hülder (UWG) ist ebenfalls für den Erhalt der Kirmes, besonders der Gertrudiskirmes, schon wegen der historischen Bedeutung. Er erklärt, dass nach der Bebauung des Gertrudisplatzes nach Alternativstandorten gesucht worden sei. Die Saarlandstraße, das Beckmann-Stadion und vor allem das Hollandgelände, das am besten geeignet schien, waren im Gespräch. Aber gerade das Hollandgelände hätte Investitionskosten von rund einer Millionen Euro erfordert, um das Gebiet mit Strom zu versorgen und für eine Kirmes urban zu machen. Hülder ist der Meinung, dass Pöbeleien, Lärm und Brandschutz überprüft, ordnungsrechtlich angegangen und geregelt werden müssen.

Auch Bernd Udo Heider (Linke) meint, dass die Kirmes in der City bleiben soll, aber eine „vernünftige Lösung gefunden werden muss – auch im Sinne der Anwohner.“ Lärmüberschreitungen müssten mit Hilfe von Ämtern und Behörden in den Griff zu kriegen sein.

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