Kooperation will Schüler fördern

Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: (v.l.) Andreas Zimmermann, Knud Rosenboom, Martina Schaminet-Gierse, Prof. Dr. Jürgen Bock, Judith Quester.
Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: (v.l.) Andreas Zimmermann, Knud Rosenboom, Martina Schaminet-Gierse, Prof. Dr. Jürgen Bock, Judith Quester.
Foto: Gero Helm

Wattenscheid..  Einen der „letzten noch fehlenden Punkte des Talentscoutings“ habe das Klaus-Steilmann-Berufskolleg aufgegriffen, freut sich Schulleiter Andreas Zimmermann. Durch die bekräftigte Kooperation mit der Hochschule Bochum (HB) könne man nun gemeinsam Potenziale bei Schülern, „die eventuell von ihnen selbst noch gar nicht realisiert worden sind, noch besser fördern.“ Die Begleitung über einen Zeitraum von bis zu acht Jahren unterstützt weit über die Schulzeit hinaus, egal ob Ausbildung, Studium oder Beruf angestrebt werden.

Das „Talentscouting-Programm“ des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW richtet sich an Schüler der Oberstufen von Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs. „Wir führen allerdings bereits ab Unter- und Mittelstufe erste Gespräche“, weitet Zimmermann die Zielgruppe aus. Einmal im Monat besucht Talentscout Judith Quester (HB) das Kolleg: „Wichtig für die Schüler ist es, Orientierung zu erhalten. Viele haben weniger Zeit zum Überlegen und verspüren größeren Druck, Entscheidungen über ihre Zukunft zu treffen.“

Sowohl Quester als auch Knud Rosenboom, Lehrer sowie Studien- und Berufswahlkoordinator am KS-Kolleg, heben das große Interesse hervor. „Allein zur Sprechstunde kamen zuletzt 18 Schüler“, so Rosenboom. Quester ergänzt: „Die Motivation ist definitiv vorhanden, Vorschläge und Anregungen werden angenommen.“ Die Lehrer des Kollegs schlagen zudem geeignete Kandidaten vor, legen diesen ein Info-Gespräch nahe.

Ansatz des Talentscouting ist es, Chancengleichheit herzustellen. Projektkoordinatorin Martina Schaminet-Gierse (HB): „Es geht weniger um Schüler, die einen Einser-Schnitt vorweisen können, sondern vor allem um jene, die in bestimmten Lebenskontexten trotzdem gute Noten liefern. Wir möchten Mut machen und einen weiteren Schub geben, um das gewünschte Ziel besser erreichen zu können.“ Besonders Schüler aus „Nichtakademikerfamilien“, denen bislang fachliche oder auch persönliche Unterstützung fehlte oder die durch andere Einflüsse ihre Potenziale noch nicht entfalten konnten, sind angesprochen.

Für das Studium begeistern

Umso wichtiger ist, Kooperationen aufzubauen, weiß auch Hochschul-Präsident Prof. Dr. Jürgen Bock: „Wir zeigen, wie sich ein Studium gestaltet und gleichzeitig dafür begeistern. Durch die strukturierte Zusammenarbeit von Scouts und Lehrern haben wir schon etliche Talente identifiziert und Hemmschwellen abgebaut.“ Auch Angebote zu dualen Studiengängen werden vorgestellt.

Während die finanzielle Unterstützung des Programms seitens des Ministeriums im Jahr 2020 endet, läuft die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Kolleg unbefristet. Zimmermann: „Wir arbeiten seit fast zehn Jahren sehr gut zusammen, eine Begrenzung der jetzt bestärkten Kooperation würde keinen Sinn machen.“

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