Kontakte knüpfen und Kaputtes kitten im Reparatur-Café

Foto: FUNKE Foto Services

Wattenscheid..  Kaputt? Defekt? Nicht mehr funktionstüchtig? Die Alternative zum Wegschmeißen bietet jetzt das Seniorenbüro mit und in seinem neuen „Repair-Café“. Ob alte TV-Fernbedienungen, Stromkabel mit Buchsenanschluss, ausgediente Receiver oder sonstige Fernsehanlagen, aber auch Wecker, kleine Holzgarderoben und sogar Textilien mit nicht erwünschten Löchern: alles, was kleinteilig und leicht beschädigt ist, knöpft sich das Reparatur-Café in Kürze vor.

Johannes Bielawa vom Seniorenbüro: „Große Apparate, etwa Fernseher oder Kühlschränke, gehen wir nicht an. Denn bei uns reparieren Laien, keine Fachleute.“ Auch Fahrräder gehören nicht ins Repair-Sortiment, da der SKFM derlei Instandsetzungen vornimmt.

Doch bevor es soweit ist, der erste Flick-Treff steigen kann, begibt sich das Seniorenbüro auf die Suche. „Wir brauchen ehrenamtliche Helfer, vom Studenten bis zum älteren Menschen, die gerne tüfteln. Zudem suchen wir einen Raum außerhalb des Seniorenbüros, interessieren uns für eine zentrale Anlaufstelle im Innenstadtbereich“, schildert Rita Kosthaus.

Wie viel „Know-How“ gefragt sei, müsse individuell gesehen werden. Immerhin: Johannes Bielawa ist gelernter Elektriker, ein Anfang gemacht.

Idee aus den Niederlanden

Alle weiteren Interessierten werden zu einem Planungsgespräch eingeladen. Details müssen dann auch geklärt sein. Grob wissen die Mitarbeiter des Seniorenbüros schon, wie das Café einmal aussehen könnte, orientieren sich am Stichting-Konzept aus den Niederlanden. „Wir wollen eine Laufkarte einsetzen. Sollte es zu Wartezeiten kommen, kann ein Catering nicht schaden. Wichtig ist uns auch zu betonen, dass wir keinem Handwerker Konkurrenz machen wollen. Bei uns müssen die Besucher zusammen mit den ehrenamtlichen Helfern Hand anlegen, gemeinsam das technische Problem lösen. Es gibt eine Mitwirkungspflicht.“ In Bochum und Gelsenkirchen gebe es bereits ähnliche Projekte, alle kämen sehr gut an. „Im Rahmen der Quartiersentwicklung wollen wir das ,Repair-Café’ in Wattenscheid etablieren“, kündigt Bielawa an. Denn er sagt auch: „Damit sind zwei sehr wertvolle, gesellschaftliche Aspekte verbunden. Einerseits schafft das Treffen soziale Kontakte, setzt ein Zeichen gegen Einsamkeit und Anonymität. Andererseits wird ein bewusster Umgang mit Rohstoffen vermittelt, der CO2-Ausstoß vermindert, da weniger Müll übrig bleibt.“

Wer sich am Projekt „Repair-Café“ beteiligen möchte, kann sich telefonisch an Rita Kosthaus oder Johannes Bielawa wenden: 94 61 26 bzw. 3 28 18 95. Zudem sind sie zu den Öffnungszeiten des Seniorenbüros an der Propst-Hellmich-Promenade 29 zu finden.

Erstmals stattfinden soll das Café im Oktober oder November.

 
 

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