Kleinkrieg um Betriebsrat der Wattenscheider Burger-King-Filiale

Fabian May
Der Kleinkrieg vorm Arbeitsgericht nimmt für die Wattenscheider Burger-King-Filiale vorerst kein Ende.
Der Kleinkrieg vorm Arbeitsgericht nimmt für die Wattenscheider Burger-King-Filiale vorerst kein Ende.
Foto: dpa
Der Betriebsrat schießt gegen den Filial-Betreiber, der will vor Gericht dessen Vorsitzende absetzen: Der Rechtsstreit zwischen dem Wattenscheider Burger-King Franchisenehmer Yi-Ko-Holding und seinen Mitarbeitern wird immer unübersichtlicher. Im Herbst soll ein Marathon-Prozess nun Klarheit bringen.

Wattenscheid/Bochum. Die Liste der arbeitsrechtlichen Verfahren zwischen dem Betreiber der Wattenscheider Burger-King-Filiale (Yi-Ko Holding) und deren Betriebsrat wird immer länger. Das sagte der Anwalt des Betriebsrats Marc Hessling der WAZ.

Bei bundesweit 91 Filialen seien es 15 Fälle, in denen Yi-Ko Betriebsräte zu kündigen versuche, teilte Hessling mit; er berief sich auf Zahlen, die er vergangene Woche von der Gewerkschaft NGG bekommen habe.

Marathonverhandlung am neuen Prozesstermin droht

In wie vielen Verfahren die Wattenscheider Filiale stehe, konnte er nicht auswendig sagen. Seine Kanzlei habe inzwischen eine Exceltabelle erstellt, um den Überblick zu behalten. Es sei ein Kleinkrieg: In einer der Klagen gehe es etwa um die Bereitstellung von Aktenordnern. Gegen alle drei Wattenscheider Betriebsratsmitglieder laufen am Arbeitsgericht Kündigungsverfahren; Schadensersatzklagen gegen zwei. Vergangene Woche seien drei Termine angesetzt gewesen, alle seien auf den 13. November vertagt, erklärte Anwalt Hessling, „an dem Tag geht’s vor Gericht dann so richtig weiter, von früh bis spät.“

Hessling und die NGG werfen Yi-Ko vor, die Firma wolle ihre Betriebsräte durch „Zermürbung“ zur Aufgabe ihrer Arbeit zwingen. Yi-Ko selbst gab auf WAZ-Anfrage bislang keine Antwort.

Am Arbeitsgericht war am Montag für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.