Klassik trifft auf Moderne

Omid Pouryousefi (r.) zieht mit seinem Jugendprojekt X-Vision Ruhr in die Bezirksmusikschule Wattenscheid um. Dort trifft er auf Leiter Eckart Poertgen (l.).
Omid Pouryousefi (r.) zieht mit seinem Jugendprojekt X-Vision Ruhr in die Bezirksmusikschule Wattenscheid um. Dort trifft er auf Leiter Eckart Poertgen (l.).
Foto: WAZ FotoPool
Das soziale Jugendprojekt X-Vision Ruhr zieht in die Räumlichkeiten der Musikschule Wattenscheid. Zusammenarbeit soll frischen Wind in die Steinstraße bringen und die Talentförderung in der Alten Freiheit weiter vorantreiben. Leiter sind „alte Bekannte“ und beleben Kooperation mit neuem Leben.

Wattenscheid.  Es wurde viel geredet und noch mehr spekuliert. Über zwei Jahre lang war X-Vision Ruhr auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten, richtete den Blick auch über Wattenscheids Grenzen hinaus. Dabei sind das „Zukunftshaus“ und der neue Partner seit jeher „Nachbarn“: Gerade einmal 300 Meter trennen den aktuellen Standort an der Swidbertstraße von der Steinstraße, wo die Bezirksmusikschule Wattenscheid ihren Sitz hat.

Nachdem bekannt wurde, dass ein Auszug aus dem baufälligen Gebäude unumgänglich ist, wurden potenzielle Lösungen unter die Lupe genommen. Ein Wechsel in Pavillons der Grundschule Wattenscheid-West, Schulstraße in Leithe, schien bereits beschlossen, scheiterte jedoch letztlich am hohen Kostenaufwand. „Als auch dies keine Option mehr war, rief ich einen alten Bekannten an“, berichtet X-Vision Leiter Omid Pouryousefi. Am anderen Ende der Leitung meldete sich Manfred Grunenberg, Leiter der Musikschule Bochum: „Von 2000 bis 2007 fand bereits eine sehr erfolgreiche Kooperation mit Pouryousefi hier in Bochum statt. Als sich die Raumnot andeutete, waren wir uns schnell einig“, fasst Grunenberg das Gespräch zusammen.

Frischer Wind

Beide sehen diese erneute Zusammenarbeit als „Win-Win“-Situation: „Wir haben die gleiche Grundrichtung: Jugendlichen einen qualitätsvollen Zugang zur kulturellen Bildung zu ermöglichen. Die Musikschule steht mehr für klassische Bildung, für etablierte Popmusik“, so Grunenberg. Da X-Vision eher für aktuelle Popmusik, wie sie in der heutigen Jugend mit ihren bunten kulturellen Profilen geschätzt und vor allem praktiziert wird, stehe, könne man die jeweiligen Profile ideal kombinieren. Pouryousefi ergänzt: „Wir möchten den Austausch fördern, die Kurse in beide Richtungen öffnen. Dadurch soll ein frischer Wind durch die Steinstraße wehen und ein Zentrum für Talentförderung entstehen.“

Der Übergang soll sich weich gestalten: „Erste X-Vision Angebote finden bereits in der Musikschule statt. Bis Ende August werden wir nach und nach unser Equipment verfrachten und das Tonstudio einrichten“, so Pouryousefi weiter. Weitere Pluspunkte: „Es bedarf keiner kostspieligen Umbauarbeiten, für die Musikschule entsteht kein zusätzlicher Aufwand. Wir sind ein selbstständiges Projekt und in den vergangenen sechs Jahren in der Swidbertstraße erwachsen geworden.“ Dem sozialen Jugendprojekt werden mehrere Räume verschiedener Größen, z.B. der große Saal, zur Verfügung stehen.

Falken Bochum weiterhin Träger

Damit es zu keinen Verzögerungen kommt, hat der X-Vision Leiter 30 Termine seiner NRW Lesetour „Hoffnung gewinnt“ abgesagt und finanziert einen ersten notwendigen Teil der anfallenden Kosten zunächst selbst, „um nicht auf die Bewilligung von Anträgen warten zu müssen“. Der Vertrag, ausgelegt auf mindestens fünf Jahre, beinhaltet ebenfalls, dass die Falken Bochum weiterhin als Träger des Jugendprojektes fungieren. Auch hier sieht Grunenberg einen klaren Vorteil: „In Jugendverbänden ist Musik ebenso gefragt und wir kooperieren gerne mit Dritten.“

 
 

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