Kein Fall von Geflügelpest bekannt

Gänse in der Stallung mit viel Platz bei Landwirt Westerhoff. Fotos:Dany Uhlig
Gänse in der Stallung mit viel Platz bei Landwirt Westerhoff. Fotos:Dany Uhlig
Landwirte, Stadt, Händler und Kunden haben keinen Grund zur Sorge. Einbußen bisher nicht zu beklagen. Die Gänse sind in den Stallungen gut untergebracht

Die Verbraucher in Wattenscheid haben keine Sorgen in Sachen Vogelgrippe. Sie kaufen weiterhin Geflügelfleisch. So bestätigen es die hiesigen Bauern. So etwa Ernst-Wilhelm Westerhoff, Landwirt in Westenfeld, der in der dritten Generation den Hof führt. Er meint: „Dieses Problem gibt es in jedem Jahr, wenn sich die Zugvögel auf den Weg in andere Gebiete machen.“ Einbußen habe er bis jetzt nicht zu beklagen. Seine 170 Gänse sind in Stallungen gut untergebracht.

Auch Landwirt Richard Kohlleppel bewirtschaftet in der dritten Generation seinen Betrieb, meldet ebenfalls keine Verluste. „Die Betriebe werden vom Veterinäramt regelmäßig engmaschig kontrolliert.“

Oliver Trappe, Presseamt Stadt Bochum, auf WAZ-Nachfrage: „Wir haben aktuell keinen Fall von Geflügelpest vom Subtyp H5N8 in Wattenscheid und Bochum.“

Kunde Heinz Werner Hess aus Wattenscheid hat keine Bedenken. Er kauft seit Jahren bei dem Händler seines Vertrauens. Auch Verkäufer Sami Erlschani, Kartoffelhändler Sieg, sieht keinen Grund zur Sorge.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald, auch bekannt als Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, gehe davon aus, dass Wildvögel, die den hochgefährlichen Erreger H5N8 tragen, Nutzgeflügel-Bestände infizieren. Infizierte Vögel scheiden den Erreger zumeist mit dem Kot aus. Die Infektion kann durch direkten Kontakt von Wildvögeln und Nutzgeflügel übertragen werden. Dies soll mit einer Stallpflicht verhindert werden. In Nordrhein-Westfalen gilt für zunächst 16 Kreise und kreisfreie Städte die Stallpflicht für Hausgeflügelbestände.

Das Institut bittet alle Tierhalter, Hunde zum Schutz anzuleinen, da sonst beim Freigang das Tier mit kontaminierten Kadavern kranker Vögel in Kontakt kommen könnte und der Erreger sich dann schnell verbreitet. Das gilt besonders für die Hunde, die in den gefährdeten Bereichen – z.B. Münster, Cloppenburg – durch kurzfristige Aufenthalte den Erreger in den Städten verbreiten. Gleiches gilt für Freigänger-Katzen.

Auch über das Aufpicken von virushaltigem Material über verseuchtes Trinkwasser oder auch kontaminierte Einstreu kann die Infektion in den Stall gelangen. Ebenso können Menschen die Infektion in den Stall tragen (mehr auch auf www.fli.de).

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) in Münster setzt sich nach eigenen Angaben dafür ein, dass eine Stallpflicht nicht länger als zwölf Wochen gelten darf. Geflügel zum Verzehr sollte generell gut durchgebraten werden. Das schützt vor allen möglichen Erregern – Salmonellen zum Beispiel. Eine Infektion mit solchen Bakterien sei, so der ZDG, in Deutschland um ein Vielfaches wahrscheinlicher als eine Vogelgrippe. Um gar zu werden, benötigt die Gans eine Kerntemperatur von 100 bis 160 Grad und je nach Größe zwei bis drei Stunden. Bei diesen Temperaturen ist ein Erreger eh abgestorben, denn das Virus reagiert ausgesprochen empfindlich auf hohe Temperaturen (mehr dazu auf www.zdg-online.de).

 
 

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