Ikea in Wattenscheid?

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Wattenscheid..  Die Möbelhauskette „Ikea“ sucht nach einem neuen Standort im Ruhrgebiet. Zur engeren Auswahl stehen Bottrop, Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen und Herne. In Bochum betonte die Wirtschaftsförderung stets, der Masterplan Einzelhandel stehe einer Ansiedlung im Weg. „Die Stadt geht davon aus, dass dem Einzelhandel in der Innenstadt ein wirtschaftlicher Schaden entstehen könne, da Ikea nicht nur Möbel, sondern auch Haushaltsartikel anbietet“, erläutert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien Bürger, Sascha Merz.

„In Wattenscheid hingegen ist wohl kaum noch eine Konkurrenzsituation im Einzelhandel vorhanden – hier wurden in der Vergangenheit zahlreiche Geschäfte geschlossen“, ergänzt UWG-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Sekowsky. Die UWG zweifelt daher ebenso wie die Freien Bürger an der Einschätzung zur Auswirkung auf den Einzelhandel.

Die Fraktionen planen dazu einen gemeinsamen Antrag. Sekowsky: „Die Wirtschaftsförderung soll prüfen, ob frei gezogene Gewerbeflächen, wie z.B. das Steilmann-Gelände, genutzt werden können und eine neue, kurzfristige Kontaktaufnahme mit Ikea zur Verhandlung über eine etwaige Ansiedlung möglich ist.“

Dafür spricht auch, dass Ikea am neuen Standort keinen „Homepark“, sondern ausschließlich ein Möbelhaus plant. „Wir sehen Ikea nicht in direkter Konkurrenz zur City.“ Außerdem wollten Ikea-Kunden spezielle Produkte. „Der Möbel-Gigant hat ein Sortiment mit eigenem Charakter. Der umliegende Einzelhandel kann mit seinen individuellen Produkten dadurch nur profitieren – somit besteht eine reale Chance zur Belebung des Standortes. Die getroffenen Ausnahmeregelungen zum Masterplan Einzelhandel, z.B. für Ruhrpark und Bauhaus, könnten demnach ebenso für Ikea gelten.“

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