Hospizverein zieht positive Bilanz

Eine Gruppe der 50 Ehrenamtlichen beim letztjährigen Wochenend-Seminar im Haus Haard bei Oer-Erkenschwick.
Eine Gruppe der 50 Ehrenamtlichen beim letztjährigen Wochenend-Seminar im Haus Haard bei Oer-Erkenschwick.
Foto: Schirmer

Wattenscheid..  „Der Tod kennt keine Feiertage“, betont Siegfried Schirmer. Was der ehrenamtliche Geschäftsführer des Wattenscheider Hospizvereins damit meint, ist schnell geschildert, aber längst keine Selbstverständlichkeit. Auch an Feiertagen – wie zuletzt über Weihnachten – sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Einrichtung im Einsatz vor Ort, besuchen und begleiten Schwerstkranke sowie Sterbende, entlasten deren Angehörige – und das eben auch zu besonderen Zeiten.

Damit bilden die jetzt 50 Ehrenamtlichen den Kern dessen, was den Hospizverein ausmacht. „Im abgelaufenen Jahr begleitete der ambulante Hospizdienst 96 Menschen zu Hause, in den Wattenscheider Altenheimen und einige auch in den beiden Krankenhäusern, wobei 67 begleitete Menschen im Laufe des Jahres verstarben und 29 über die Jahreswende hinaus weiter begleitet werden“, zieht Schirmer Bilanz.

Bedarf steigt

Der Bedarf an solchen Einsätzen steigt kontinuierlich. Umso erfreulicher sei es da, dass 2014 neun Frauen und ein Mann einen rund 100-stündigen Befähigungskurs absolviert und sich danach zur ehrenamtlichen Tätigkeit verpflichtet hätten, womit das Team die Zahl 50 erreichen konnte. Deswegen werde nun 2015 – zumindest vorerst – kein weiterer Kurs angeboten. „Es geht ja nicht um Zahlen, sondern um die Qualität der Begleitungen“, sagt Koordinatorin Christel Müller-Ovelhey. Es gelte, auch für die Ehrenamtlichen da zu sein. Die Begleitungen sind nicht einfach, auch die Mitarbeiter müssten wiederum betreut werden können. „Kein Ehrenamtlicher darf Schaden nehmen“, lautet dabei die Devise.

Neben der Sterbe- bietet die Einrichtung auch Trauerbegleitung an. 39 Menschen nahmen vergangenes Jahr Einzelgespräche mit Gesine Maurer in Anspruch, dazu kamen ein Witwengesprächskreis sowie freitags das Trauercafé mir circa 500 Besuchen. „Deutlich zugenommen hat auch die Anzahl ratsuchender Menschen rund um das Thema ,Sterben, Tod und Trauer’, wozu auch die Palliativberatung sowie die Beratung zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten gehören“, führt Schirmer weiter aus.

Finanziert wird das Angebot weiter über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Der Hospizverein weiß keinen finanzstarken Träger im Rücken, sondern ist auf diese Unterstützung angewiesen. Zum Jahresende gehörten dem Verein 447 Personen an. Nachdem noch 2013 aufgrund der gegenüber den Kosten geringeren Einnahmen die Sparreserven zur Deckung des Defizits herhalten mussten, hat sich das Spendenaufkommen deutlich verbessert. Zudem erhielt der Verein 2014 zahlreiche Sachspenden: Etwa Orangen von Markthändler Greife zur Produktion und zum Verkauf von Marmelade, Würstchen von Wurst König (für den Adventsmarkt der Möglichkeiten) und mehr. Ehrenamtliche und Trauergäste stellten 250 Tüten mit Weihnachtsgebäck her. Müller-Ovelhey: „So bleiben uns auch ehrenamtliche Mitarbeiter treu, die sonst nicht mehr aktiv sind.“

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