Hospizverein in Wattenscheid mit erfolgreicher Bilanz

Im August 2010 ist der Hospizverein in seine neuen Räume An der Papenburg 9 umgezogen. Viel zu tun gab’s dabei nicht nur für Koordinatorin Christel Müller-Ovelhey, Verwaltungskraft Martina Genster und den ehrenamtlichen Geschäftsführer Siegfried Schirmer. Foto: Monika Kirsch
Im August 2010 ist der Hospizverein in seine neuen Räume An der Papenburg 9 umgezogen. Viel zu tun gab’s dabei nicht nur für Koordinatorin Christel Müller-Ovelhey, Verwaltungskraft Martina Genster und den ehrenamtlichen Geschäftsführer Siegfried Schirmer. Foto: Monika Kirsch
Der Hospizverein zieht seine Bilanz des Jahres 2010: ein Umzug, 89 Sterbebegleitungen, 51 Trauerberatungen. Nach dem zweithöchstem Spendenaufkommen der Vereinsgeschichte im Jahr 2010 wird 2011 allerdings auf Rücklagen zurückgegriffen werden müssen.

Wattenscheid.. So wie das Frühlingswetter zeigte sich in der vergangenen Woche auch die Bilanz des Hospizvereins für das Jahr 2010, die der Vorsitzende Ulrich Schirmer und der ehrenamtliche Geschäftsführer Siegfried Schirmer der Mitgliederversammlung präsentierten, von ihrer besten Seite.

Zwei Ereignisse überragten im vergangenen Jahr das Geschehen: Das war zum einen der Tod von Marion Krämer und Karla Kruschewski, zwei langjährigen und sehr beliebten Ehrenamtlichen. Und das war zum anderen der Umzug der kleinen Geschäftsstelle aus dem Marien-Hospital und des „Trauertreffpunkts“ an der Stresemann­straße in das neue Domizil An der Papenburg 9.

„Ob Haupt- oder Ehrenamtliche – alle haben mitgeholfen, dass diese aufwendige Aktion reibungslos und schnell umgesetzt werden konnte“, freut sich der ehrenamtliche Geschäftsführer Siegfried Schirmer. „Nur so konnte sichergestellt werden, dass der ambulante Hospizdienst und die Trauerbegleitung schnell wieder den Anforderungen von draußen gerecht werden konnten. Denn der Bedarf – vor allem bedingt durch die Einbindung in das Palliativnetz Bochum – steigt stetig.“

Die Zahlen: Koordinatorin Christel Müller-Ovelhey konnte ihre rund 35 Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr bei 89 Sterbebegleitungen einsetzen. Um sie bei dieser Aufgabe zu entlasten, wurde mit Brunhilde Duffner, der ehemaligen Tagespflegeleiterin der Caritas, eine erfahrene Co-Koordinatorin gewonnen. Über einen halbjährigen Qualifizierungskurs zur ambulanten Sterbebegleitung holten sich zudem sechs Interessenten das Rüstzeug für ihre ersten Einsätze. Im Trauer-Treffpunkt nahmen 51 Menschen eine Trauerberatung in Einzelgesprächen und Gruppen bei Gesine Maurer in Anspruch. Nach wie vor erfreue sich auch das freitägliche Trauercafé großer Beliebtheit, erklärt Siegfried Schirmer.

Zweithöchstes Ergebnis der Vereinsgeschichte

Erfreulich sei auch, dass das Spendenaufkommen zum zweithöchsten Ergebnis der 17-jährigen Vereinsgeschichte führte. Siegfried Schirmer warnte allerdings: „Für das laufende Jahr werden wir wohl erstmals auf unsere Rücklagen zurückgreifen müssen, denn die von vorn herein befristete Unterstützung der Dres. Brocker-Stiftung ist ausgelaufen und das neue Domizil kostet einiges mehr an Miete und Nebenkosten. Deshalb werden wir neben den Zuschüssen der Krankenkassen und den Mitgliedsbeiträgen ganz, ganz stark auf Spenden angewiesen sein, um Gehälter für die Hauptamtlichen, Miete, Nebenkosten, Versicherungen und Büromaterial tragen zu können.“

Der Hospizverein habe schließlich keinen potenten Träger im Rücken. „Und das Spendenaufkommen im ersten Quartal 2011 war mehr als dürftig“, ist Schirmer ein wenig besorgt – blickt aber dennoch optimistisch in den Zukunft: „Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren engagierten Ehrenamtlichen und der materiellen Hilfe Dritter auch weiterhin unsere kostenfreien Leistungen in der Sterbe- und Trauerbegleitung sowie in der Angehörigenentlastung anbieten können.“

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