Horten-Eröffnung vor 50 Jahren

Das Horten-Kaufhaus
Das Horten-Kaufhaus
Foto: privat

Für die Wattenscheider Innenstadt war es ein Meilenstein, als vor 50 Jahren Horten eröffnete. Ein Warenhaus dieser Größe und mit diesem Sortiment war damals etwas ganz Besonderes. Entsprechend voll war es zum Auftakt, die Massen strömten zum Alten Markt, um das neue Einkaufserlebnis hautnah mitzuerleben.

Es war der 20. Oktober 1966 um 14 Uhr, als sich die Türen öffneten. Im Vorprogramm gab es Musik, 1500 Tauben starteten in den Himmel, ein Eröffnungs-Festzug setzte sich in Marsch. „Wattenscheids neuestes Großstadt-Warenhaus“, wie es nur wenige Monate nach dem Baubeginn anlässlich der Eröffnung gepriesen wurde, war ein Mammutprojekt mit exakter Terminvorgabe, die auch eingehalten wurde.

Die für alle Horten-Kaufhäuser typische Gestaltung der Außenfassade – mit den sogenannten „Hortenkacheln” verkleidet – stammte vom Berliner Architekten und Möbeldesigner Egon Eiermann (1904-1970). Der ursprüngliche Entwurf geht auf den Künstler Helmut Rohde zurück. Die Kacheln waren ca. 60x60 cm groß, die Wölbung zeigte in stark vereinfachter Form das für Horten typische „H”. Sie waren abwechselnd in gegensätzliche Richtung angebracht. Das bildete das typische Erscheinungsbild.

„Eiermann-Kacheln“ prägten die Außenfassade

1964 hatte die Stadt entschieden, den westlichen Teil des historischen Stadtkerns städtebaulich neu zu gestalten, Verkehrsflächen auszubauen und die untere Altstadt um den Alten Markt herum zu beleben. Rund zwei Jahre dauerte die Bauzeit für den neuen Kaufhauskomplex.

Genug Kaufkraft war in Wattenscheid vorhanden, die Kunden verlangten ein vielfältiges und preisgünstiges Warenangebot unter einem Dach. Das wollte Horten bieten und gab das kleine Ladenlokal in der Oststraße für den großen Neubau auf. Nicht nur in Wattenscheid waren mit dem Wirtschaftswunder die Bedürfnisse gewachsen, was sich in der baulichen Entwicklung von großen Kaufhäusern niederschlug.

Horten bot auf drei Verkaufsetagen in großzügig eingerichteten Spezialabteilungen ein umfassendes Warenhausvollsortiment mit offenen Regalen. Alles unter einem Dach – oftmals zum Leidwesen kleinerer Familienbetriebe. Es gab dort zudem ein Reisebüro, einen Kinderspielraum, eine Schmuckabteilung, eine Kantine, einen Supermarkt im Erdgeschoss mit Frischware bis hin zu Fisch.

Horten beschäftigte entsprechend viele, spezialisierte Mitarbeiter – von Dekorateur und Schaufenstergestalter bis hin zu Fachverkäufern für alle Sparten. 200 gebührenfreie Parkplätze gab es direkt vor dem Kaufhaus.

Einen soliden Untergrund für den Neubau bildeten angesichts des teils sumpfigen Untergrundes durch den unterirdischen Bach „Radbecke“ zahlreiche Betonpfähle, die in harter Arbeit rund 14 Meter tief in die Erde getrieben wurden. Sogenannte Bohrbomben mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern leisteten dabei maßgebliche Unterstützung.

Firmenchef Helmut Horten war 1966 bei der Einweihung in Wattenscheid nicht dabei, jedoch vertrat Vorstandsmitglied Fritz Seydaak den „Kaufhauskönig“. Rohde und Ringelband hießen die Architekten.

Wer dazu noch Bildmaterial hat oder etwas schreiben will, kann sich an die WAZ-Redaktion Wattenscheid wenden (Hüller Straße 7; E-Mail an: redaktion. wattenscheid@waz.de).

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