Harte Geduldsprobe für Autofahrer

Baustelle im Bereich Propst-Hellmich-Promenade/An der Papenburg. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Baustelle im Bereich Propst-Hellmich-Promenade/An der Papenburg. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Wattenscheid..  Autofahrer brauchen derzeit gute Nerven auf Wattenscheids Straßen: Eine Baustelle reiht sich an die andere, Behelfsampeln regeln an vielen Stellen den Verkehr. Das kostet Zeit. Im Bereich Propst-Hellmich-Promenade und Bahnhofstraße sorgen seit Wochen die Arbeiten im Zuge der Renaturierung des Wattenscheider Bachs für Großbaustellen. Die Behelfsampel auf der Propst-Hellmich-Promenade wird im August entfernt, dann ist die Strecke endlich wieder zweispurig befahrbar.

Die Baustellenampel auf der Bahnhofstraße hingegen wird erst im Herbst abgebaut – aber nur für vier Monate, dann müsse erneut eine Ampel den Verkehr regeln, da dort dann weitere Bauarbeiten notwendig sind, teilt die Emschergenossenschaft auf Nachfrage mit.

Sie betreibt die Renaturierung des Wattenscheider Bachs, dabei werden – größtenteils unterirdisch – Rohre im Vortriebsverfahren installiert, um Misch- und Reinwasser zu trennen. Dazu sind in regelmäßigen Abständen tiefe Baugruben nötig. Die Route: Vom Gertrudisplatz aus verläuft die Trasse in Richtung Süden bis in den Parkstreifen Propst-Hellmich-Promenade; anschließend schwenkt sie in Richtung Bahnhofstraße und ihr weiterer Verlauf führt sie innerhalb der Bahnhof-/Ridderstraße zum Wilhelm-Leithe-Weg. Dort wird der Wattenscheider Bach an den neuen Reinwasserkanal angebunden.

Die Arbeiten am Reinwasserkanal finden nahezu ausschließlich unterirdisch statt. Daher sind an der Oberfläche nur die Schächte und erforderliche Geräte sichtbar. Im März 2014, schätzt Michael Steinbach, Sprecher bei der Emschergenossenschaft, wird der rund 1,7 km lange unterirdische Kanal fertig sein. „Die Anwohner bekommen in erster Linie nur das punktuelle Einrichten der einzelnen Baugruben mit. Vom Vortrieb hören und sehen sie nichts. Das ist der große Vorteil im Gegensatz zum offenen Verlegen eines Kanals.“ Der neue Reinwasserkanal, der einen Durchmesser von 1,20 Meter hat, wird in Tiefenlagen von vier bis zwölf Metern gebaut und im Vortriebsverfahren verlegt. In angelegten Schächten werden die Rohrstücke in den Erdboden gepresst. Dieser Kanal soll neben seiner Funktion als Ableitungskanal für Reinwasser weitere Vorteile haben. Er diene dem Hochwasserschutz im Einzugsgebiet und habe genug Kapazitäten für Regenwassereinleitungen, etwa von Schulen. Schulhöfe und oberirdische Flächen von Schulen, etwa der Hof der Märkischen, der Hellweg- und Gesamtschule wurden bereits entsprechend umgerüstet.

2013 schließen sich weitere Arbeiten für den oberirdischen Gewässerverlauf an: Der renaturierte Wattenscheider Bach ist an einigen Abschnitten als offenes Gewässer vorgesehen, z.B. zwischen Berliner- und Westenfelder Straße im Bereich des Weges „Auf’m Kamp“, außerdem zwischen Obertor und Rheinelbe-Halde.

Zum Hintergrund: Die Emschergenossenschaft will im Zuge der Umgestaltung des Emscher-Systems alle Schmutzwasser führenden Bäche vom Abwasser befreien. In ihnen soll künftig nur noch sauberes Wasser fließen. Da der Wattenscheider Bach bereits auf langen Strecken unterhalb der Innenstadt liegt, ist eine Öffnung des Bachlaufs dort nicht möglich. Deshalb soll das saubere Wasser dort über einen neuen Reinwasserkanal dem offenen Bachlauf nördlich der Straße „Obertor“ zugeführt werden. Bauzeit: ca. zwei Jahre.

 
 

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