Großes mit Persönlichem füllen

Im maGma, dem Gemeindezentrum mit dem akronymen Namen, wurden die besten Akrosticha vorgestellt.
Im maGma, dem Gemeindezentrum mit dem akronymen Namen, wurden die besten Akrosticha vorgestellt.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
KEFB forderte Menschen im Bistum Essen mit Kreativ-Aktion zur Reflexion auf. Abschlussfest in Höntrop.

Wattenscheid..  „JESUS“, „LIEBE“, „GEBET“ sind große Wörter. In ihnen verdichten sich allgemeine Erfahrungen. Persönlicher werden sie, wenn man aus ihren Anfangsbuchstaben Sätze formt: „Ja, Er Sah Und Siegte“, „Liebe Ist Ein Beständiges Element“ oder „Gott Erhört Bitten Eines Trostbedürftigen“.

Akrostichon heißt diese schon im Altertum verwendete Wortkunst, bei der die Buchstaben eines Wortes nacheinander zu Anfangsbuchstaben anderer Worte werden, die zusammen einen Satz ergeben.

„Wörter des Lebens und Glaubens neu formulieren“, das war die Intention der hiesigen Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung gGmbH (KEFB) hinter der Aktion „Mach dein Wort“. So beschrieb es Projektleiterin Claudia Friedrichs auf dem samstäglichen Abschlussfest der Kreativ-Aktion.

Norbert Lepping von St. Maria-Magdalena, ebenfalls im Organisationsteam, hatte den Abschluss ins Höntroper Gemeindezentrum maGma geholt. „Ein wirklich schöner Ort“, wie Claudia Friedrichs findet, dessen Name zwar kein Akrostichon ist, zumindest aber ein Akronym.

Auf www.machdeinwort.de konnten (und können weiterhin) kreative Interessierte ihr eigenes Akrostichon bilden. Rund 620 sind ins Netz gestellt worden, seit „Mach dein Wort“ im September 2012 online ging. Claudia Friedrichs freut sich, dass laut Google Analytics sogar aus Ländern wie Australien und Russland auf die Seite zugegriffen worden sei.

„Wörter des Lebens und des Glaubens“: Die Teilnehmer liefen bei der Auslegung dieses weiten Feldes zu kreativen Höchstleistungen auf. So wurde „OPEL“ zu „Ohne Plan Etwas Liquidieren“ und „YOGA“ komödiantisch zu „Yvonne Ommmt Ganz Anders“.

Mitarbeiter der KEFB hätten die altbekannte Methode vor zwei Jahren auf einer Tagung neu entdeckt und dann entschieden, sie einzusetzen, „um die Auseinandersetzung mit Begriffen anzustoßen und diese mit persönlichem Inhalt zu füllen“, erklärte Friedrichs. Die katholischen Gemeinden setzten diese Personalisierung großer Worte auch im Firm-Unterricht ein.

Auch türkische Teilnehmer hätten Akrosticha beigetragen, erzählt Friedrichs. Diese hätten wegen technischer Darstellungsprobleme bei den türkischen Sonderbuchstaben aber nicht online gestellt werden können, bedauert sie.

Für Schulen gab es einen Wettbewerb. Es gewannen zwei Klassen des Düsseldorfer Lessing-Gymnasiums und ein Biologie-Leistungskurs des Essener Don-Bosco-Gymnasiums. Den ersten Platz belegte der Religionskurs der Klassen 9a und b am Oberhausener Elsa-Brändström-Gymnasium.

Die Webseite machdeinwort.de ist weiterhin für Einträge geöffnet.

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