Glocke Auguste kehrt von Bochum-Leithe zurück nach Berlin

Verabschiedung für die Glocke „Auguste“, die 20 Jahre vor der Kreuzkirche stand - sie kehrt an ihren alten Standort nach berlin zurück. Foto: Thomas Schild
Verabschiedung für die Glocke „Auguste“, die 20 Jahre vor der Kreuzkirche stand - sie kehrt an ihren alten Standort nach berlin zurück. Foto: Thomas Schild
Foto: WAZ FotoPool
Ursprünglich hing die Glocke "Auguste" in der Gnadenkirche in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie vor die Kreuzkirche in Bochum-Leithe gestellt. Jetzt soll sie zurück an ihren Heimatort - und nach 55 Jahren zum ersten Mal wieder läuten.

Leithe.. Zwanzig Jahre lang war sie ein Erkennungsmerkmal der evangelischen Kreuzkirche in Leithe – jetzt kehrte die Glocke „Auguste“ heim nach Berlin. Auf dem Gelände der ehemaligen Gnadenkirche steht ein Glockenturm für sie bereit, nach über 55 Jahren wird sie dort wieder läuten. Damit die Glocke am Mittwoch mit einem Spezialkran auf den Transporter geladen werden konnte, musste die Polizei erst noch die Gelsenkirchener Straße sperren. Pfarrerin Ute Riegas-Chaikowksi hatte dies noch kurzfristig organisieren können.

Kinder feierten Abschied

Die Kinder des Kindergartens „Unterm Regenbogen“, für die die Glocke im Vorgarten ein vertrauer Anblick war, hatten sich zu einer kleinen Abschiedsfeier getroffen.

„Eine Glocke ist zum Läuten da“, so Ute Riegas-Chaikowski. „Deshalb war das Presbyterium sofort bereit, die Glocke an ihren ursprünglichen Wirkungsort zurückzugeben.“

„Auguste“ – gewidmet der letzten deutschen Kaiserin Auguste Victoria – wurde 1892 vom Bochumer Verein gegossen als mittlere Glocke von dreien für die Gnadenkirche in Berlin-Mitte gegossen. Doch zunächst wurde das Ensemble als Dokument vollendeter Gießkunst auf der Weltausstellung in Chicago 1893 ausgestellt, bevor sie nach Berlin kam.

Im Krieg wurde "Augustes" Kirche zerstört

Im Krieg wurde die Gnadenkirche zerstört, 1967 wurde die Ruine auf Anordnung des DDR-Regimes gesprengt. Während die anderen beiden Glocken Risse davon trugen, blieb „Auguste“ ohne sichtbare Schäden. Im Zuge der Aufräumarbeiten landete sie auf dem Schrottplatz. Dort entdeckte sie ein Pfarrer aus Berlin-Malchow, kaufte sie und stellte sie in den Pfarrgarten. Bei einem Stellenwechsel nahm er die Glocke mit nach Thüringen. 1990 erwarb Pfarrer Werner Chicoll die Glocke für die ev. Gemeinde Leithe. Sie wurde in Bochum restauriert und vor der Kreuzkirche aufgestellt – ein beliebter Ort für Fotos. Dort wird nun ein Blumenbeet gepflanzt. Bereits beim Kauf der Glocke hatte man vereinbart, sie zurück zu geben, sobald die Berliner Gemeinde einen Läuteort für „Auguste“ findet.

 
 

EURE FAVORITEN