Gemeinsam Pfad finden

Wattenscheid..  Ihren gemeinsamen Pfad finden wollen ab sofort Kinder und Jugendliche in Leithe: Denn in der Gemeinde St. Johannes hat sich eine neue Pfadfindersiedlung gegründet, rund 20 Mitglieder und vier Gruppenleiter machen sich fortan zusammen auf den Weg.

„Pfadfinder sind Pfad-Finder, also Weg-Finder. Wer einen Weg finden will, muss ihn suchen, muss losgehen, auch ohne zu wissen, wohin der Weg letztlich führen wird. Im Gehen macht man Erfahrungen, gewinnt man Mut und Zutrauen in den Weg und in die Weggefährten“, sagt Anke Wolf.

Die Gemeindereferentin war es auch, die das Projekt aus der Taufe hob. „Als Anke Wolf mit der Idee um die Ecke kam, fand ich das klasse. Denn schon als Kind wollte ich immer Pfadfinderin sein, kannte Freunde aus Essen, die dort im Stamm aktiv waren. Nur vor Ort gab es ja bislang keine Möglichkeit“, schildert Aurelia Gußen (19), die mit ihrem Bruder Constantin (19), Gemeindeassistentin Marlena Kaiser (26) und Jonas Borgwardt (21) zum Leitungsteam zählt.

Werte werden Lebensphilosophie

„Die Gründung einer Pfadfindersiedlung ist etwas ganz Besonderes in Zeiten, in denen in der Kirche vieles bergab geht und Jugendverbände immer kleiner und sogar aufgegeben werden“, betont Wolf. Für die Leiter ist das Pfadfinden gegen jeden Trend eine Herzensangelegenheit: „Unsere Motivation liegt einfach darin, die Jugendarbeit vor Ort zu fördern. Dadurch können wir ein Gemeinschaftsgefühl bieten, bestimmte Werte, die so woanders nicht vermittelt werden, mit an die Hand geben“, erklären Kaiser und Borgwardt unisono.

Damit meinen sie aber nicht bloß, jeden Tag mindestens eine gute Tat zu vollbringen. Das sei eher ein „Automatismus“ unter Pfadfindern, worüber ein jeder kaum noch nachdenke. Das Versprechen, das alle Mitglieder leisten müssen, beinhaltet mehr als das: Inklusion, Offenheit, der Große beschützt den Kleinen – Worte, die Werte darstellen, die zur Lebensphilosophie des Pfadfinders dazugehören.

Vornehmlich aus Messdienern und Kommunionkindern hat sich die Leither Siedlung unter dem Stamm von St. Marien Höntrop gefunden. Doch müssten interessierte Kinder und Jugendliche nicht katholisch sein, um dazu zu stoßen. Wer Lust hat, vorbeizuschauen, ist jeweils freitags zu den Gruppenstunden im Jugendheim an der Kemnastraße willkommen (Wölflinge 17.30 bis 19 Uhr, Jungpfadfinder 19.30 bis 21 Uhr). Und weitere Aktionen stehen auch schon an: ein Ausflug im Januar, das Pfingstlager, die Friedenslicht-Aktion und ein Sommerlager sind fest eingeplant.

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