Geld fehlt - Alter Förderturm in Wattenscheid vor Abriss

Im schlechten Zustand: der Förderturm der ehemaligen Zeche Holland
Im schlechten Zustand: der Förderturm der ehemaligen Zeche Holland
Foto: Klaus Micke/WAZ
Die Stadt Wattenscheid droht ein Wahrzeichen zu verlieren: Dem alten Förderturm der Zeche Holland droht jetzt überraschend der Abriss. Das hat ein Gutachten zur Standsicherheit ergeben. Örtliche Politiker fordern, den Turm zu erhalten. Aber das Budget für die Sanierung ist zu knapp.

Wattenscheid.. Der drohende Abriss des Förderturms der ehemaligen Zeche Holland sorgt für heftige Reaktionen. Grundtenor: Der Turm muss erhalten werden. Die Turm-Sanierung ist nach einem Gutachten der Uni Wuppertal, wie berichtet, viel teurer als gedacht, da der Stahlkoloss in einem sehr schlechten Zustand sei. Die vom Land NRW bereit gestellten Fördermittel von 1,3 Mio Euro reichen damit nicht aus. Derzeit wird über Kosten in Höhe von drei bis vier Millionen Euro spekuliert.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel macht sich für den Erhalt des Förderturms stark: „Er ist das unverkennbare Wahrzeichen Wattenscheids. Niemand würde auf die Idee kommen, den Förderturm des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum oder das Brandenburger Tor in Berlin der Abrissbirne zu überlassen.“ Ähnlich müsse es sich bei dem Turm in Wattenscheid auch verhalten, so Yüksel. „Selbstverständlich muss die Sicherheit Vorrang haben, aber es müssen auch alle Optionen zum Erhalt des Förderturms in Betracht gezogen werden.“

Sanierung teurer als gedacht

Yüksel will sich in Düsseldorf nun dafür einsetzen, „alle Möglichkeiten zum Erhalt des Förderturms zu prüfen und Gespräche darüber führen, ob nicht Gelder des Landes über eine höhere Fördersumme bereitgestellt werden können.“

Die UWG hatte bereits in der Bezirksvertretung eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, was denn nun mit der lange angekündigten Förderturm-Sanierung sei. Eine Antwort soll in der Sitzung am 16. April erfolgen. Der Ältestenrat hat sich bereits mit der Thematik befasst und wurde darüber informiert, dass die Sanierung viel teurer sei als gedacht.

Klaus-Peter Hülder (UWG): „Ich bin konsterniert. Es stellt sich auch die Frage, warum die Turmprüfung nicht schon viel früher erfolgt ist. Es wurde doch extra ein tragfähiges Konzept für die Nutzung des Turms und der Fläche nach der Sanierung entwickelt.“ Das Konzept sah nach der Sanierung eine Aussichtsplattform und neue Bürogebäude rund um den Turm vor, den eine Stiftung übernehmen will.

Die städtische Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum (EGR) als derzeitiger Turmbesitzer will angeblich den Kauf von der NRW Urban (ehemalige Landesentwicklungsgesellschaft LEG) rückabwickeln. Bei der Überprüfung der Sanierung durch die Uni-Experten kam heraus, dass die Pläne neu aufgestellt werden müssen, da sich der Förderturm in einem schlechteren Zustand befände als gedacht.

 
 

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