Gefährlicher Überweg

Annette Wenzig
Besonders für Senioren oder Menschen mit einer Gehbehinderung ist es schwer, die stark befahrene Marienstraße in Höhe des Marienhospitals zu überqueren – trotz abgesenkter Bordsteine und Verkehrsinsel. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Besonders für Senioren oder Menschen mit einer Gehbehinderung ist es schwer, die stark befahrene Marienstraße in Höhe des Marienhospitals zu überqueren – trotz abgesenkter Bordsteine und Verkehrsinsel. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Wattenscheid. Vor allem ältere Menschen haben Probleme, die Marienstraße in Höhe des Marien-Hospitals zu überqueren.

Der Überweg ist barrierefrei, eine Verkehrsinsel ermöglicht einen Zwischenstopp – und doch haben vor allem ältere Menschen Probleme, die Marienstraße in Höhe des Marien-Hospitals wegen des hohen Verkehrsaufkommens zu überqueren. Und das, obwohl es sich bei der Klinik um ein Fachkrankenhaus für ältere Menschen handelt.

„Hier muss etwas geschehen“, fordert der SPD-Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel. „Die Klinik sollte nicht nur barrierefrei, sondern auch verkehrssicher zu erreichen sein.“ Viele ältere Menschen hätten sich in seiner Bürgersprechstunde beschwert, dass sie Schwierigkeiten hätten, die viel befahrene Straße an dieser Stelle zu überqueren – vor allem nachmittags zur Hauptverkehrszeit.

Einer von ihnen ist Prof. Harald Thiel. „Für mich ist das hier ein ständiges Ärgernis“, sagt der Senior beim Ortstermin an der Marienstraße, zu dem Serdar Yüksel am Mittwoch eingeladen hatte, um sich ein Bild von der Situation zu machen. „Die Autos brettern hier nur so durch“, beklagt Prof. Thiel, „außerdem gibt es viel Schwerlastverkehr. Es ist ein Unding, dass sich seit Jahren nichts getan hat.“

Auf Rücksichtnahme von Seiten der Autofahrer zu hoffen, das zeigt sich beim Fototermin, ist vergeblich: Obwohl mehrere Senioren mit Rollatoren oder Krücken am Überweg stehen, hält es keiner für nötig anzuhalten. „Es ist nicht einzusehen, dass diese Stelle zwar barrierefrei, aber nicht verkehrssicher ist“, kritisiert Yüksel. „Hier müsste mindestens ein Zebrastreifen her, eigentlich eine Fußgängerampel.“

SPD-Ratsfrau Christina Knappe pflichtet ihm bei: „Als erstes müsste man einen Zebrastreifen und eine vernünftige Beleuchtung installieren. Alles andere, vielleicht eine Ampel, muss man prüfen.“ Letztere, findet der Geschäftsführer des Marien-Hospitals, Thomas Drathen, würde eher an der Kreuzung mit der Stichstraße vor der Klinik Sinn machen: „Die Ecke ist schlecht einsehbar und zu einem Unfallschwerpunkt geworden.“

Der Ärztliche Direktor der Klinik, Dr. Heinrich-Walter Greuel, weist auf weitere Verkehrsprobleme im Umfeld des Marien-Hospitals hin. „Wir haben vor längerer Zeit Gespräche geführt, ob man die Straße vor dem Krankenhaus verkehrsberuhigen kann.“ Weniger für Patienten, die sich bei Spaziergängen eher in Richtung Stadtgarten orientieren würden, als vielmehr für Angehörige und Besucher sieht Dr. Greuel aber auch das Problem der Überquerung der Marienstraße. „Das Durchschnittsalter unserer Patienten liegt bei 83 Jahren, und die Besucher sind auch meist in diesem Alter.“

Serdar Yüksel und Christina Knappe wollen sich nach dem Ortstermin schnellstmöglich um einen runden Tisch mit Betroffenen, Politik und Verwaltung bemühen. „Ein Zebrastreifen“, ist die SPD-Ratsfrau überzeugt, „müsste sich aber auch kurzfristig realisieren lassen. Das wäre schon mal ein erster Schritt.“